Senior muss nach tödlichen Schüssen auf Räuber nun doch vor Gericht

Celle/Stade. Durfte ein alter Mann auf Räuber schießen, die ihn in seinem Haus überfielen? Das Landgericht Stade wollte eigentlich keinen Prozess gegen den Senior eröffnen, der einen 16-Jährigen flüchtenden Räuber erschoss. Nun muss der Rentner aber doch vor Gericht.

Ein Rentner, der einen jugendlichen Einbrecher in Sittensen erschossen hat, muss sich nun doch einem Totschlagsprozess stellen. Das Landgericht Stade hatte es noch im Dezember abgelehnt, ein Hauptverfahren gegen den 79-Jährigen zu eröffnen. Das Oberlandesgericht Celle war aber der Auffassung, dass sich der Fall nicht nach Aktenlage entscheiden lasse, sagte ein Sprecher am Freitag. Zuvor hatte der „Weser-Kurier“ darüber berichtet.

Die Familie des getöteten 16-Jährigen hatte Beschwerde gegen die Entscheidung des Landgerichts eingelegt. Nun soll bei einem Prozess in Stade geklärt werden, ob der Rentner in Notwehr handelte. Wann der Prozess eröffnet wird, war am Freitag noch nicht klar. Das könne bis zu drei Monate dauern, sagte ein Sprecher des Celler Gerichtes. Der Rentner bleibe weiter auf freiem Fuß.

Am 13. Dezember 2010 war der Mann von einer fünfköpfigen Bande überfallen worden. Die Täter hatten den Senior überrumpelt und in sein Haus gezwungen. Sie raubten ein Portemonnaie und öffneten einen Tresor. Als ein Alarm losging, flüchteten die Räuber. Der Mann feuerte anschließend mehrmals mit einer Pistole hinter den Männern her. Dabei traf er traf den 16-Jährigen tödlich. Die Komplizen des Getöteten wurden wegen räuberischer Erpressung und Körperverletzung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Zunächst wollte die Stader Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Totschlags gegen den Rentner führen, das Landgerichts hielt eine Verurteilung des Schützen aber für unwahrscheinlich. Die Kammer ging damals davon aus, dass die Schüsse als Notwehr gerechtfertigt gewesen seien und die Staatsanwaltschaft Stade verzichtete auf Widerspruch. (dpa)

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