Serbien und Kroatien geraten in Flüchtlingskrise aneinander

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Zunächst machte Kroatien die Grenze dich, nun zieht Serbien nach. Foto: Zoltan Balogh

Die Nachbarn Serbien und Kroatien geraten sich wegen Zehntausender Flüchtlinge in die Haare. Grenzen werden geschlossen und die Regierungschefs beschimpfen sich. Kann die EU helfen?

Belgrad/Zagreb (dpa) - Das jüngste EU-Mitglied Kroatien und der Beitrittskandidat Serbien haben sich wegen der Flüchtlingskrise auf einen bitteren Streit eingelassen. Nachdem Kroatien seine Grenzen gesperrt hatte, verbot Serbien am Donnerstag die Einfuhr kroatischer Waren.

Zagreb antwortete mit einem Einreiseverbot für Pkw mit serbischen Kennzeichen. Hintergrund ist der Konflikt um fast 50 000 Flüchtlinge, die in der letzten Woche von Serbien an die Grenzen mit Kroatien gebracht wurden.

"Das läuft zum Schaden Serbiens", sagte der kroatische Regierungschef Zoran Milanovic am Donnerstag in Zagreb. Der gegenseitige Warenboykott werde Serbien mehr als seinem Land schaden, hatte er schon früher behauptet. Er beschuldigte erneut seinen serbischen Amtskollegen Aleksandar Vucic des Wortbruchs. Während der zugesichert habe, den Flüchtlingsansturm zu bremsen, sei nichts geschehen. "Wir haben die alle aufgenommen, aber jetzt können wir nicht mehr", sagte der Politiker. Wenn Serbien die Flüchtlinge von Kroatien nach Ungarn umleite, könnten die Grenzen wieder geöffnet werden.

"Wir werden nicht antworten, auf Wahnsinn gibt es keine Reaktion", entgegnete Vucic in Belgrad. Er erwarte, dass die EU die Grenzöffnung durchsetze. Das serbische Außenministerium schickte Kroatien eine Protestnote. Die Einreisesperre für Serben beziehungsweise serbische Autos "ist in der zivilisatorischen Welt noch nicht verzeichnet worden", heißt es darin: "Das kann man nur vergleichen mit den Maßnahmen zur Zeit des faschistischen Staates Kroatien" im Zweiten Weltkrieg.

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