Präsident entschuldigt sich für Srebrenica-Massaker

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Muslimische Frauen beten in einer Moschee in Srebenica in Trauer um die Opfer des Massakers von 1995.

Belgrad - Für den Internationalen Gerichtshof in Den Haag war das Massaker von Srebrenica Völkermord. Etwa 8000 bosnische Muslime wurden dort 1995 getötet. Serbiens Präsident hat sich nun für diese Verbrechen entschuldigt.

Von Völkermord will der Präsident jedoch immer noch nicht sprechen.

Der serbische Präsident Tomislav Nikolic hat sich im Namen der Serben für das Massaker von Srebrenica entschuldigt, zugleich aber den damit verbundenen Vorwurf des Völkermordes zurückgewiesen. „Ich kniee nieder, ich bitte um Verzeihung für Serbien wegen des Verbrechens in Srebrenica. Ich entschuldige mich für alle Verbrechen, die im Namen unseres Staates und unseres Volkes begangen wurden“, sagte Nikolic in einem am Interview des bosnischen Fernsehsenders BHRT, von dem am Donnerstag Auszüge veröffentlicht wurden. Dennoch müsse der Vorwurf des Völkermordes „erst bewiesen werden“.

Am 11. Juli 1995 war die damalige UN-Schutzzone Srebrenica von bosnisch-serbischen Einheiten überrannt worden. Etwa 8000 muslimische Jungen und Männer wurden ermordet. Vor einem Jahr hatte Nikolic die internationale Gemeinschaft gegen sich aufgebracht mit der Bemerkung, das Massaker sei kein Völkermord gewesen.

Auf die Frage, ob die Massentötungen und die Verschleppung von Frauen, Kindern und Alten nicht die Kennzeichen eines Völkermords seien, entgegnete Nikolic: „Alles, was im ehemaligen Jugoslawien geschehen ist, hatte die Kennzeichen eines Völkermords.“

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hatte im Jahr 2007 entschieden, dass die Verbrechen der bosnisch-serbischen Einheiten Völkermord waren, hatte Serbien allerdings nicht dafür verantwortlich gemacht. Nikolic, der ursprünglich aus dem ultranationalistischen Lager stammt, hatte den Vorwurf den Völkermords wiederholt zurückgewiesen und das Gericht scharf kritisiert.

Belgrad, das die Serben in Kroatien und Bosnien unterstützt hatte, hat jahrelang jede Verantwortung für Kriegsverbrechen in den beiden Nachbarländern abgestritten. Erst 2010 entschuldigte sich das Parlament Serbiens für das Massaker in Srebrenica. Allerdings vermieden auch die Abgeordneten in Belgrad in ihrer Erklärung das Wort „Völkermord“.

dpa

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