Bessere Noten für Mädchen

Jugendliche beklagen Sexismus an Schulen

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Schülerinnen und Schüler der Rochus-Realschule (RRS) in Bingen (Rheinland-Pfalz) sitzen im Computerraum der Schule

München - Jetzt klinken sich auch die Schüler in die aktuelle Sexismus-Debatte mit ein. Die Jugendlichen beklagen, dass Sexismus im Unterricht alltäglich ist - vor allem bei der Notengebung.

Schüler aus Bayern bringen eine neue Sichtweise in die Sexismus-Debatte: Die Jugendlichen beklagen die Benachteiligung von Buben. „Sexismus ist in der Schule alltäglich geworden“, kritisierten die Schülervertreter Melissa Büttner und Simon Schrauth am Mittwoch. Sexismus zeige sich nicht nur durch anzügliche Bemerkungen, sondern auch in Form von geschlechtsspezifischer und damit ungerechter Benotung. Renommierte Pädagogen und Pädagoginnen bestätigten, „dass Mädchen in der Schule häufig besser benotet werden als Jungen, und das trotz gleicher Leistung.“

Büttner und Schrauth gehören der LandeschülerInnenvereinigung (LSV) an. Gegen Sexismus in der Schule werde nichts unternommen - kritisierte Büttner und bezog weibliche Lehrkräfte mit ein: „Nur die wenigsten LehrerInnen werden wegen derartigen Vorfällen sanktioniert.“ Das Bewusstsein für dieses Thema sei bei vielen PädagogInnen nicht so ausgebildet, wie die Schüler es erwarteten.

SPD: Sexismus-Debatte zeigt Mangel an Gleichberechtigung

Indirekte Unterstützung erhalten die Schülerinnen von der SPD-Fraktion. Die will dem Thema Sexismus auch über die aktuellen Debatten hinaus stärkere Bedeutung widmen. „Das Thema muss unabhängig von Herrn Brüderle debattiert werden“, sagte der Parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann am Mittwoch in Berlin. Das Verhältnis von Männern und Frauen müsse von „professioneller Wertschätzung und gegenseitigem Respekt“ geprägt sein. „Sexistische Äußerungen sind peinlich und unprofessionell.“ Das Ganze sei auch Ausdruck fehlender Gleichberechtigung. Deswegen trete die SPD für eine Frauenquote und eine gleiche Bezahlung von Frauen und Männern ein. Dem Schattenkabinett von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück würden zudem genauso viele Männer wie Frauen angehören.

dpa

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