Vorübergehend festgenommen

Sexvorwürfe gegen britischen Abgeordneten

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Nigel Evans hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

London - Die Konservative Partei von Premierminister David Cameron kommt nicht zur Ruhe. Nach jüngsten Rückschlagen bei Kommunalwahlen steht ihr nun ein Skandal um einen schwulen Abgeordneten ins Haus.

Ein hochrangiger Vertreter der regierenden Konservativen Partei von David Cameron steht unter dem Verdacht der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung von zwei Männern. Nigel Evans, Abgeordneter und Vize-Präsident des britischen Unterhauses, wies die Vorwürfe am Sonntag als „völlig falsch“ zurück. Dagegen zeigte sich Verteidigungsminister Philip Hammond „schockiert.“ Es könnte für Evans „schwierig“ werden, seinen exponierten Parlamentsposten während laufender Ermittlungen zu halten. Anwälte von Evans schlossen am Sonntag einen Rücktritt von seinen Ämtern aus.

Der 55-Jährige Parlamentarier war am Samstagabend von der Polizei in Lancashire (Nordwest-England) verhört und gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt worden. „Die Anschuldigungen sind völlig falsch und ich verstehe nicht, warum sie erhoben wurden,“ sagte er am Sonntag in einer kurzen Erklärung. Er stehe den Anschuldigungen „fassungslos“ gegenüber, zumal sie von Personen kämen, „die ich bis gestern noch zu meinen Freunden zählte.“

Vorwürfe kommen für Cameron ungelegen

Nach Presseberichten haben zwei Männer - beide in den 20-ern - Evans der Vergewaltigung und des sexuellen Missbrauchs zwischen Juli 2009 und März 2013 beschuldigt. Evans sagte am Sonntag, er habe noch in der vergangenen Woche mit einem der Männer Kontakt gehabt. Evans, der dem Parlament seit 21 Jahren angehört, hatte sich 2010 als homosexuell geoutet.

Cameron sei über die Entwicklung informiert worden, hieß es aus Regierungskreisen. Die Vorwürfe kommen für Cameron zu ungelegener Zeit. Jüngste Einbußen für die Konservativen bei Kommunalwahlen waren mit breiter Unzufriedenheit über den europapolitischen Kurs, Finanzkürzungen und Einwanderung begründet worden. Aber auch Pläne der konservativ-liberalen Koalition zur Gleichstellung von Homo-Ehen kamen unter Beschuss.

ap

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