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Berlusconi: Selenskyj ist schuld an Russlands Angriff auf die Ukraine

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Von: Moritz Serif

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Silvio Berlusconi löst mit provokanten Äußerungen über den Ukraine-Krieg einen Streit in der italienischen Regierung aus.

Rom – Italiens ehemaliger Ministerpräsident sorgt mit gewagten Aussagen für Zündstoff: Silvio Berlusconi hat laut Informationen des Guardian behauptet, dass Wolodomyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, den Angriff Russlands provoziert habe. Damit hat der Politiker einen politischen Streit ausgelöst und die Stabilität der neuen italienischen Regierung nur wenige Tage vor ihrer geplanten Amtsübernahme gefährdet.

In einer Sprachaufnahme, die von der Agentur La Presse veröffentlicht wurde, ist Berlusconi außerdem zu hören, wie er seinen „alten Freund“ Wladimir Putin verteidigt. „Die Donbass-Republiken schickten schließlich eine Delegation nach Moskau und sagten zu Putin: ‚Bitte, verteidigen Sie uns‘“, so Berlusconi.

Putin stand angeblich unter großem Druck

„Putin war gegen jede Initiative, aber er stand unter großem Druck des russischen Volkes, und so erfand er diese spezielle Operation: Der Plan war, dass seine Truppen in die Ukraine einmarschieren, Selenskyj stürzen und ihn durch eine Regierung ersetzen sollten, die von einer ukrainischen Minderheit gebildet wurde, die aus ehrlichen, vernünftigen Menschen bestand“, so Berlusconi.

Russland sei mit einer Situation konfrontiert worden, die Putin angeblich nicht habe vorhersehen konnte. „Es gibt keine wirklichen Führer im Westen“, fuhr Berlusconi fort. „Ich kann euch zum Lächeln bringen, der einzige wahre Führer bin ich.“ Berlusconi sagte außerdem, dass Russlands Präsident ihm zu seinem 86. Geburtstag 20 Flaschen Wodka geschenkt habe.

Immer noch ziemlich beste Freunde? Wladimir Putin (l.) und Silvio Berlusconi im Jahr 2019.
Immer noch ziemlich beste Freunde? Wladimir Putin (l.) und Silvio Berlusconi im Jahr 2019. © Alexei Druzhinin/Imago

Berlusconi-Äußerungen lösen Streit in Regierung aus

Italiens ehemaliger Regierungschef hat mit seinen Äußerungen einen Streit in der von Giorgia Meloni geführten Rechtskoalition ausgelöst, die nächste Woche als Regierung vereidigt werden soll. Italien hatte der Ukraine Unterstützung versprochen. Berlusconis Äußerungen stehen diesen Plänen entgegen.

„Italien muss ein vertrauenswürdiges Land sein, und das bedeutet, dass wir die Verpflichtung haben, Russland weiterhin zu verurteilen und die Ukraine zu unterstützen“, sagte Enrico Letta, Vorsitzender der Demokratischen Partei. „Deshalb halte ich Berlusconis Äußerungen für äußerst bedenklich und habe gesagt, dass sie einen schweren Verstoß gegen die Vertrauenswürdigkeit unseres Landes darstellen.“

Selenskyjs-Berater lobt Meloni

„Während Signor Berlusconi unter dem Einfluss von russischem Wodka in Gesellschaft von ‚fünf von Putins Freunden‘ in Europa steht, zeigt Giorgia Meloni, was wahre Prinzipien und ein Verständnis für globale Herausforderungen sind“, twitterte Selenskyjs Berater Mykhailo Podolyak. Der Präsident erhielt indes ein verlockendes Angebot. (mse)

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