Termin ist im Herbst

Landtagswahl in Hessen 2018: So wird gewählt

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Im Herbst 2018 ist es soweit: Dann wählen Bürger in Hessen den Landtag. 

Im Herbst 2018 wird der Hessische Landtag gewählt. Von Wahlzettel bis zum Stimmrecht: In der Übersicht erklären wir alles rund um die Hessische Landtagswahl 2018. 

Die nächste Landtagswahl in Hessen steht bevor: Im Herbst 2018 dürfen wahlberechtigte Bürger in Hessen wieder ihre Stimmen abgeben. Bis zum Jahr 1999 wurde der Hessische Landtag alle vier Jahre gewählt. Seit 2003 dauert eine Legislaturperiode fünf Jahre.

Landtagswahl Hessen 2018: Wer darf wählen?

Wahlberechtigt sind alle Bürger, die am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens drei Monaten vor dem Wahltag ihren Wohnsitz in Hessen haben. Passives Wahlrecht besitzt jeder Wahlberechtigte, der das 21. Lebensjahr vollendet hat und seit mindestens einem Jahr in Hessen wohnt. Das Besondere dabei ist, dass Hessen das einzige Bundesland in Deutschland ist, bei dem in den Landtagswahlen das passive Wahlalter über 18 Jahren liegt.

Wie viele Stimmen hat man bei der Landtagswahl Hessen 2018? 

Alle Wähler haben zwei Stimmen bei der Landtagswahl Hessen 2018. Das bedeutet, dass sie zwei Kreuze auf dem Wahlzettel machen dürfen. Die erste Stimme, die Wahlkreisstimme, kann man für die Wahl eines Wahlkreisabgeordneten abgeben; die zweite Stimme, die Landesstimme, für die Wahl einer Partei.

Man muss aber nicht beide Stimmen abgeben, es besteht keine Pflicht. Die nicht abgegebene Stimme wird als ungültig gewertet, die korrekt abgegebene für das Ergebnis gezählt. Bei mehr als zwei Kreuzen verliert der Wahlzettel seine Gütigkeit.

Warum gibt es eine Erst- und eine Zweitstimme? 

Wähler von kleineren Parteien sollen durch das Zweistimmensystem nicht unberücksichtigt bleiben. Damit eine Partei in den Hessischen Landtag einziehen kann, muss sie allerdings mindestens fünf Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten, das besagt die 5-Prozent-Klausel.

Wie wird gewählt bei der Landtagswahl in Hessen? 

Der Hessische Landtag hat 110 Sitze. Das bedeutet, dass so viele Abgeordnete gewählt werden können. 55 Abgeordnete werden im Wahlkreis gewählt, 55 Abgeordnete aus Landeslisten. „Auf diese Weise sollen die Vorteile der beiden Wahlsysteme – der Mehrheitswahl und der Verhältniswahl – kombiniert werden“, schreibt der Landeswahlleiter für Hessen auf seiner Homepage.

Über die Zahl der Sitze, die eine Partei im Landtag erhalten wird, entscheidet die Anzahl der gültigen Landesstimmen (Zweitstimme). Die direkt gewählten Abgeordneten (Erststimme) erhalten zuerst einen Sitz aus diesen Sitzen, die für eine Partei vorgesehen ist. Gewählt ist der, der die meisten gültigen Stimmen im Wahlkreis erhalten hat. Die restlichen Sitze werden nach der Reihenfolge auf der Landesliste vergeben. Gewählte Direktbewerber werden dabei nicht noch einmal berücksichtigt.

Hessen ist für die Landtagswahl in 55 Wahlkreise eingeteilt 

Durch das Gesetz zur Änderung es Landtagswahlgesetzes vom 18. Dezember 2017 sich einige Zuschnitte der Wahlkreise gegenüber der Landtagswahl 2013 geändert. Das Gesetz trat am 29. Dezember 2017 in Kraft. Die Liste zeigt die Wahlkreise in Nordhessen. Änderungen anderer Wahlkreise in Hessen gibt es hier.

Hessische Ministerpräsidenten: Von Karl Geiler bis Volker Bouffier 

Hessische Ministerpräsidenten, Volker Bouffier 
Seit 2010 ist Volker Bouffier (*1951) hessischer Ministerpräsident. Bouffier studierte Rechtswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sein Großvater war Mitbegründer der CDU in Gießen, sein Vater war CDU-Kommunalpolitiker. Bouffier ist verheiratet und hat zwei Söhne. Wer alles zu seinen Vorgängern zählte, zeigen wir in dieser Fotostrecke.  © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Karl Geiler
Karl Geiler war von 1945-1946 hessischer Ministerpräsident, die amerikanische Besetzung setzte den parteilosen 67-jährigen Juristen nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein. Nach der Landtagswahl in Hessen 1946 drängte die SPD an die Macht und wollte Geiler, der sich inhaltlich mehr auf CDU und FDP stützte, loswerden. Geiler trat zurück. Ab 1947 lehrte er an der Universität Heidelberg. Vor dem Zweiten Weltkrieg war Geiler Anwalt in Mannheim und war an der Gründung der Handelshochschule (heute Universität) Mannheim beteiligt.  © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Christian Stock
Christian Stock (1884-1967) war der erste gewählte Ministerpräsident von Hessen. 1902 trat Stock in der SPD ein und setzte sich seitdem für Demokratie und Arbeiter ein. Mit 58 von 87 Stimmen wurde Stock am 20. Dezember 1946 zum Hessischen Ministerpräsidenten gewählt. Er bildete eine Koalitionsregierung aus SPD und CDU, der er bis 1950 vorstand. © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Georg-August Zinn
Georg-August Zinn (1901-1976) war von 1950 bis 1969 hessischer Ministerpräsident. Noch vor seinem Abitur trat er 1919 der SPD bei. Sein Abitur legte er 1920 in Kassel ab. Zinn war zweimal verheiratet. Er hat drei noch lebende Söhne. © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Albert Osswald
Albert Osswald (rechts, 1919-1996) war von 1967 bis 1976 Hessens Ministerpräsident. Er schloss sich nach dem Kriegsende 1945 der SPD an. Osswald geriet in die Kritik der Öffentlichkeit, nachdem mehrere Details über finanzielle Unregelmäßigkeiten bei der Hessischen Landesbank bekannt wurden. 1976 erklärte Osswald seinen Rücktritt und übernahm die Verantwortung für den sogenannten Helaba-Skandal. © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Holger Börner
Holger Börner (1931-2006) war Hessens Ministerpräsident von 1976 bis 1987. Er kommt aus Wolfsanger und war ab 1948 ebenfalls Mitglied der SPD, wurde 1950 Vorstandsmitglied der SPD Kassel und war seit 1956 deren stellvertretender Kreisvorsitzender. Im selben Jahr wurde er Mitglied der Kasseler Stadtverordnetenversammlung und führte dort neun Jahre lang die SPD-Fraktion. Börner war verheiratet und hatte drei Kinder.  © dpa
Der Jurist Walter Wallmann (1932-2013) war von 1987 bis 1991 der sechste und erste christdemokratische Ministerpräsident in Hessen. Bereits 1961 trat er in die CDU ein. Er wurde Bezirksvorsitzender der Jungen Union in Mittelhessen und daneben als Richter am Landgericht Kassel, Amtsgericht Rotenburg an der Fulda und Landkreis Gießen tätig. Wallmann war verheiratet und hatte einen Sohn. © Katja Lenz / dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Hans Eichel
Der ehemalige Oberbürgermeister von Kassel (1975-1991) Hans Eichel (*1941) war von 1991 bis 1999 Ministerpräsident in Hessen. Eichel ist seit 1964 Mitglied der SPD. Nach seiner Zeit als Hessens Ministerpräsident war er bis 2005 Bundesminister der Finanzen. Seit 2005 ist Eichel in zweiter Ehe mit Gabriela Wolff-Eichel verheiratet. Aus der ersten Ehe hat er zwei Kinder. © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Roland Koch
Der Rechtsanwalt Roland Koch (*1958) war von 1999 bis 2010 Ministerpräsident des Landes Hessen. Koch trat bereits mit 14 Jahren der Jungen Union bei. Sein Vater war bereits CDU-Politiker und Landtagsabgeordneter im Hessischen Landtag. 2010 gab er seinen Rücktritt bekannt mit der Begründung, er wolle in der Wirtschaft tätig werden. Seit 2015 ist er Aufsichtsrat bei Vodafone. Koch ist verheiratet und hat zwei Söhne. © dpa

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