"Nicht alle Minderjährigen sind traumatisiert"

Söder provoziert mit Flüchtling-Rentner-Vergleich

+
Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU).

Berlin - Angesichts steigender Kosten für die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge fordert Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) einen Systemwechsel.

"Das Jugendhilferecht passt nicht. Nicht jeder minderjährige Flüchtling ist traumatisiert und braucht die besondere Betreuung der Jugendhilfe“, sagte Söder der Zeitung „Die Welt“ (Freitag). Die Regelsätze seien zu hoch, und die Versorgung könne kostengünstiger gestaltet werden. „Es kann nicht sein, dass am Ende ein deutscher Rentner weniger vom Staat erhält als ein unbegleiteter Jugendlicher kostet“, sagte Bayerns Finanzminister.

Hintergrund der Forderung ist, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge - das Blatt nennt in diesem Zusammenhang die Zahl von 70 000 Betroffenen - vom System der Jugendhilfe betreut werden. Es wurde ursprünglich für Kinder aus verwahrlosten Familien geschaffen. Je nach Bundesland betragen die Kosten pro Platz und Jahr zwischen 40 000 und 60 000 Euro, schreibt die „Welt“.

Der Umgang mit den unbegleiteten Minderjährigen steht auch bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Freitag in Berlin auf der Tagesordnung. Die Länderchefs beraten über die Asylpolitik, insbesondere über das geplante Integrationsgesetz.

dpa

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.