Plädoyer für eine gemeinsame Zukunftslösung

Söder sieht CSU an entscheidender Weggabelung: „Die Lage ist mehr als ernst“

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Der bayerische Finanzminister während der Landesversammlung der Jungen Union.

10 eingebüßte Prozentpunkte und hunderttausende enttäuschte Wähler: Markus Söder hat aus dem  Wahldebakel der CSU offenbar Konsequenzen gezogen und bei der Landesversammlung der JU Klartext gesprochen.

Erlangen - Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) sieht seine Partei nach dem Fiasko bei der Bundestagswahl an einer „entscheidenden Weggabelung“. „Die Lage ist mehr als ernst“, sagte Söder am Sonntag auf der Landesversammlung der Jungen Union in Erlangen - und forderte mehr Glaubwürdigkeit und ein klareres Profil der Union insgesamt und speziell der CSU. „Wir hatten keinen Verlust an Ideen, wir hatten ein Stück Verlust an Glaubwürdigkeit“, sagte Söder rückblickend. Es müsse wieder gelten: „Eine Partei, ein Wort.“

Der Unionskompromiss war laut Söder längst überfällig

Söder lobte dabei einerseits den Unionskompromiss zur Zuwanderung, den die CDU- und die CSU-Spitze nach der Bundestagswahl gemeinsam geschnürt haben. Er fügte allerdings kritisch hinzu: „Ehrlicherweise hätten wir das schon vor einem Jahr genauso haben können.“

Des weiteren erklärte er, dass er sich eine gemeinsame Lösung für die künftige personelle Aufstellung der Partei wünsche. „Mein Wunsch und meine Hoffnung ist, dass wir gemeinsam eine Lösung finden, dass wir es zusammen tun“, sagte Söder am Sonntag auf der Landesversammlung der Jungen Union in Erlangen. Er gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von CSU-Chef Horst Seehofer, mindestens als Ministerpräsident.

„Politik ist wie Fußball“

„Politik ist wie Fußball: Du brauchst starke Einzelspieler, aber wenn der Mannschaftsgeist nicht stimmt, wirst du nicht erfolgreich sein“, betonte Söder. „Ich will, dass wir das gemeinsam alles schaffen - denn nur gemeinsam können wir erfolgreich sein.“

Natürlich hätten die Parteibasis und die Bevölkerung nun Erwartungen an die CSU. Er halte sich aber daran, dass erst die Jamaika-Sondierungen in Berlin geführt werden sollten, sagte Söder. Anschließend müsse aber geredet werden: intern, offen und ehrlich. Da gehe es nicht um persönliche Ambitionen oder Eitelkeiten. „Es geht nur um die CSU in Bayern. Daran muss sich jeder messen lassen, und ich ganz besonders“, betonte er. „Die Frage ist immer nur eine entscheidende: Was ist die erfolgreichste und beste Formation für 2018“, wenn die Landtagswahl stattfindet. Er selber werde „für jede vernünftige Lösung“ die Hand reichen, versprach er.

Söder mahnte zudem, die Herausforderung müsse „mit Anstand“ bewältigt werden, aber auch „mit Ergebnissen“. „Es muss uns gelingen, unsere Basis zu motivieren und die Wähler ein Stück weit wieder zu inspirieren“, betonte er und forderte: „Es muss am Ende ein Ruck durch die CSU und durch ganz Bayern gehen.“

Seehofer steht seit dem CSU-Fiasko bei der Bundestagswahl massiv unter Druck. Die Junge Union hatte sich am Samstag als erste große Parteiorganisation offen gegen den 68-Jährigen gestellt und einen Rückzug Seehofers spätestens im kommenden Jahr verlangt.

dpa

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