Ernergiekonzerne kassieren zu viel

Altmaier erwartet höhere Strompreise

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Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU)

Düsseldorf - Laut einer Studie kassieren Energieversorger 2012 drei Milliarden Euro zu viel. Umweltminister Altmaier (CDU) rechnet dennoch für den Herbst mit einem Strompreisanstieg.

„Die Preise legt die Energiewirtschaft fest“, sagte Altmaier der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vom Freitag laut Vorabbericht. „Experten erwarten aber fünf Prozent.“

Der CDU-Minister will deshalb die teure Förderung der Solarenergie schon früher beenden als bisher geplant. „Die Förderung des Solarstroms wird ganz auslaufen, wenn wir das Ziel von 52 Gigawatt an Leistungskapazität erreicht haben. Das ist für 2020 vorgesehen. Falls wir das Ziel früher schaffen, läuft die Förderung entsprechend früher aus“, sagte der Politiker. Zugleich solle der Preis für die vergütete Kilowattstunde Solarstrom von derzeit 18,5 auf zwölf Cent fallen, so Altmaier.

„Wir haben in den vergangenen Jahren mehr Windkraftanlagen, Biomasse-Reaktoren und Solarzellen gebaut als geplant. Deshalb rede ich in den kommenden Wochen mit Energieversorgern, Umweltverbänden und Herstellerunternehmen, wie wir den Zubau begrenzen und auf die vorhandenen Netze abstimmen können“, sagte Altmaier.

Private Haushalte zahlen seit 2008 rund 20 Prozent mehr

Einer Studie zufolge kassieren die Energieversorger in diesem Jahr beim Strompreis bis zu drei Milliarden Euro zu viel von den deutschen Verbrauchern. Dies geht aus einer Analyse des Energieexperten Gunnar Harms für die Grünen-Bundestagsfraktion hervor, über die als erstes die „Saarbrücker Zeitung“ vom Freitag berichtete.

Laut Harms sind die Preise im Stromeinkauf 2011 um zehn bis 20 Prozent gefallen. „Der Atomausstieg hat nicht zu den befürchteten Preissteigerungen geführt“, heißt es in der Studie. Wenn diese Effekte an die Endkunden komplett weitergegeben würden, müsste der Strompreis demnach rund zwei Cent je Kilowattstunde niedriger sein. „In den letzten fünf Jahren zeigt sich, dass gestiegene Einkaufspreise stets unverzüglich weitergegeben wurden, Preissenkungen hingegen nicht, zumindest nicht an das Kundensegment der Haushaltskunden.“ Die Preise für Industriekunden seien in den letzten Jahren um drei Prozent gesunken, „während gleichzeitig private Endkunden seit 2008 rund 20 Prozent mehr für den Strom bezahlen müssen“.

dapd/dpa

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