HNA-Meinung

Sollen DDR-Symbole verboten werden? Ein Pro-und-Kontra zur Forderung eines Nazi-Experten

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Peter Klebe

Der Historiker und Stasi-Experte Hubertus Knabe fordert, dass DDR-Symbole genauso unter Strafe gestellt werden wie Nazi-Symbole. Es ist eine Forderung, die spaltet. Dazu ein Pro-und-Kontra aus der HNA-Nachrichtenredaktion.

"Zeichen der Unfreiheit": Peter Klebe argumentiert für das Verbot

Im 25. Jahr nach dem Fall der Mauer wird nicht mehr viel über die Geschichte der DDR gesprochen, oder wenn doch, dann oft im glorifizierenden Sinn. Das ist gefährlich. Denn es darf nie in Vergessenheit geraten, dass die DDR ein Unrechtsstaat war. Ein Staat, der seine Bürger komplett abschottete, in dem Menschen bei Fluchtversuchen getötet oder schwer verletzt wurden, in dem politisch Unbequeme unter erbärmlichen Bedingungen im Gefängnis saßen und in dem es keine Meinungsfreiheit gab.

Für all das stehen auch die Symbole der DDR, allen voran die Uniformen der Nationalen Volksarmee (NVA). Deshalb darf es nicht sein, dass am Brandenburger Tor ungestraft in eben diesen Uniformen marschiert wird. Das muss genauso verboten werden, wie es die Zeichen des Nationalsozialismus längst sind.

Uniformen und DDR-Fahnen dürfen natürlich begleitend kommentiert in Museen und Gedenkstätten gezeigt werden. Aber auf den Straßen und in Kneipen haben sie nichts zu suchen. Alles andere ist eine Verniedlichung von bitterem Unrecht.

"Aufklärung statt Verbot": Wolfgang Blieffert hält dagegen

Wolfgang Blieffert

Nein, bitte keine Debatte um das Verbot von DDR-Symbolen. Denn aus politischen Gründen stolziert doch kaum jemand mit der Hammer-und-Zirkel-Flagge und in NVA-Uniform durch Berlin. In den allermeisten Fällen handelt es sich es um Mummenschanz für Juxfotos oder andere Albernheiten.

Dies kann Anlass sein, über Geschmacksfragen oder Gedankenlosigkeit zu streiten, schließlich handelt es sich um Symbole des SED-Unrechtsstaates. Aber will ernsthaft jemand Polizei und Staatsanwaltschaft losschicken, um den Motiven von Uniformträgern und Fahnenfreaks nachzuspüren? Nein, mit Verboten kann eine Verklärung der DDR nicht bekämpft werden. Dazu sind Aufarbeitung der Vergangenheit und stete Aufklärung notwendig.

Der Vorwurf, mit Blick auf Nazi-Symbole mit zweierlei Maß zu messen, trifft zu, kann aber ausgehalten werden. Denn NS-Regime und SED-Diktatur funktionierten zwar ähnlich. Die Dimension ihrer Verbrechen war aber nun einmal höchst unterschiedlich. Entsprechend differenziert sollte mit ihnen umgegangen werden.

Hier sind Einzelheiten zur Forderung von Hubertus Knabe

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