Sozialversicherungen werden für Gutverdiener teurer

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Die Sozialversicherungen werden teurer.

Berlin - Wer im Westen überdurchschnittlich verdient, wird 2012 fast 22 Euro monatlich mehr für Sozialversicherungen bezahlen müssen. Im Osten fallen die Aufschläge deutlich geringer aus.

Das geht aus einem Entwurf für die Sitzung des Bundeskabinetts am 12. Oktober hervor. Dessen Zustimmung gilt als Formsache. Grund für die Erhöhung ist die jährliche Neujustierung der Einkommensgrenzen für die Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung. Bis zu diesen Grenzen müssen Sozialbeiträge bezahlt werden, darüber hinaus nicht. Der Entwurf lag der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag vor.

In der Renten- und Arbeitslosenversicherung soll die Beitragsgrenze im Westen Deutschlands um 100 auf monatlich 5600 Euro steigen. Bei einem Beitragssatz von 19,6 Prozent in der Renten- und 3 Prozent in der Arbeitslosenversicherung ergäbe sich daraus für die von der Anhebung der Grenzen Betroffenen - und nur für diese - ein Beitragsplus von bis zu 22,60 Euro im Monat. Dabei ist eine sich abzeichnende Senkung des Renten-Beitragssatzes von 19,9 auf 19,6 Prozent unterstellt. Den Mehrbetrag teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich Mehrbetrag je zur Hälfte

In der Kranken- und Pflegeversicherung ist eine in Ost und West einheitliche Anhebung der Bemessungsgrenze um 112,50 Euro auf 3825 Euro im Monat vorgesehen. Bei Beitragssätzen von 15,5 Prozent (Gesundheit) und 1,95 Prozent (Pflege) errechnen sich daraus Aufschläge von bis zu knapp 20 Euro im Monat. Auch diesen Mehrbetrag teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte. Laut Vorlage liegt 2011 der Durchschnittsverdienst in Deutschland bei 30 268 Euro.

Basis für die Neuberechnung durch das Arbeitsministerium sind nach Angaben der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag) Daten des Statistischen Bundesamtes über die Veränderung der Bruttolöhne und Gehälter je Arbeitnehmer im Vorjahr. Die seien um 2,07 Prozent gestiegen. Die Beitragsgrenzen folgten nun dieser Entwicklung. 2010 waren die Grenzen wegen der Wirtschaftskrise 2009 für 2011 erstmals gesenkt worden.

dpa

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