SPD: Beteiligung des IWF an Krediten für Athen entbehrlich

+
IWF-Chefin Christine Lagarde gilt Angela Merkel als wichtige Figur in der griechischen Schuldenkrise - die SPD hält dagegen eine IWF-Beteiligung für verzichtbar. Foto: Julien Warnand

Berlin (dpa) - Aus Sicht der SPD im Bundestag spielt es keine Rolle, ob sich der Internationale Währungsfonds (IWF) weiter an Kreditprogrammen für das hoch verschuldete Griechenland beteiligt.

Dies sei eher egal, sagte der Vize-Chef der SPD-Fraktion im Bundestag, Carsten Schneider (SPD), am Montag auf eine entsprechende Frage im rbb-Radio. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hofft hingegen, den IWF als Kreditgeber dabei zu behalten.

Schneider sagte, Europa müsse seine Probleme selbst lösen können. Doch wäre es gut, wenn der IWF zumindest beratend dabei bliebe. In punkto Staatssanierung habe er viel Erfahrung und sei zudem auch unabhängiger als zum Beispiel die Europäische Kommission.

IWF-Chefin Christine Lagarde hält weitere IWF-Kredite nur für möglich, wenn die EU-Geldgeber Schuldenerleichterungen wie längere Kreditlaufzeiten oder niedrigere Zinsen ermöglichen.

Der Bundestag stimmt am Mittwoch über das neue Kredit- und Reformpaket für Griechenland ab, das bis zu 86 Milliarden Euro umfasst. Mit Spannung wird erwartet, wie viele Abgeordnete der Union Merkel die Gefolgschaft verweigern.

Dazu sagte Schneider: "Wenn eine Fraktion im Parlament mit Mehrheit dagegen wäre - und es wäre die Fraktion der Kanzlerin, deren Handschrift die gesamte Griechenland-Rettung trägt - dann wäre das so ein Misstrauensbeweis, dass sie zurücktreten müsste." Schneider geht allerdings davon, dass die Union mehrheitlich zustimmt.

ESM zu Griechenland - Englisch

EU-Kommission zu Griechenland-Hilfen - Englisch

Erklärung des Euro-Gipfels vom 12. und 13. Juli 2015

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.