Nach Kritik aus Politik und Medien

„SPD hat sich für mich erledigt“: Neue Schelte vom Essener Tafel-Chef

Erst die Kanzlerin, nun die SPD: Rund um den Fall der Essener Tafel geraten die Parteien heftig in die Kritik: Der Chef der Tafel legt nun nach.

Essen - Bereits am vergangenen Wochenende hatte der Chef der Initiative, Jörg Sartor, Kritik an seiner Entscheidung, einen Aufnahme-Stop für Ausländer einzuführen, gekontert. „Jetzt haut ein Haufen von Politikern auf uns ein, ohne sich zu informieren.“, sagte er der Bild-Zeitung. „Die sollen sich mal herbewegen und vor Ort mitarbeiten – danach können sie sich gerne äußern.“

Damit bezog sich Sartor unter anderem auf eine Stellungnahme von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die seine Entscheidung als „nicht gut“ bezeichnet und von „Kategorisierungen“ abgeraten hatte. Auch die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali hatte mit ihrem Kommentar für viel Aufsehen gesorgt.

Wie haben sich die Mitglieder der SPD entschieden? Hier geht‘s zum Ergebnis des Mitgliedervotums.

„Es war richtig“: Dieser Mann verteidigt die Essener Tafel

SPD missbrauche die Diskussion um sich zu profilieren

Am Donnerstag zeigte sich Sartor nun auch von der SPD schwer enttäuscht. „Mein Vater war Bezirksvertreter in Gelsenkirchen, meine ganze Familie ist SPD. Für mich hat sich das jetzt erledigt“, sagte er der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Sator äußerte Kritik am Essener SPD-Chef Thomas Kutschaty, der versucht habe, der CDU im Rahmen der Tafel-Affäre den schwarzen Peter unterzujubeln. Sartor aber nahm Essener CDU-Politiker in Schutz, die der Tafel „von Anfang an geholfen“ hätten.

Seine Äußerungen seien aber nicht als Anbiederung an die AfD zu verstehen, stellte Sator klar: Vor deren „politischen Karren“ wolle er sich schon gar nicht spannen lassen.

Sat.1-News: Tafel-Chef attackiert Merkel (ab 00:38 im Video)


Laurenz Gehrke

Rubriklistenbild: © dpa / Roland Weihrauch

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