Stimmung tendiert zu Stephan Weil als Spitzenkandidat

SPD-Regionalkonferenz in Stadthalle Göttingen: Rivalen geben sich betont nett

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Betont freundlich und aufmerksam (Foto rechts) gingen die beiden Rivalen um die Spitzenkandidatur der SPD, Olaf Lies (links) und Stephan Weil (rechts), bei der Kandidatenvorstellung in der Göttinger Stadthalle (oben) miteinander um.

Göttingen. „Mir haben beide sehr gut gefallen, aber Olaf muss noch reifen, wie ein guter Rotwein.“ Der Osteroder Ratsherr Martin Dernedde hat gerade in der Göttinger Stadthalle das Schaulaufen von SPD-Landeschef Olaf Lies und dem Oberbürgermeister von Hannover, Stephan Weil, um die Spitzenkandidatur der SPD für die Landtagswahlen im Januar 2013 verfolgt.

Dernedde, in Südniedersachsen auch als Handball-Torhüter und IG-Metaller bekannt, findet, dass sich Weil als Mann mit Erfahrung darstellte. „Weil kommt als Staatsmann rüber.“

Mit diesem Eindruck steht er am Dienstagabend in der Stadthalle nicht alleine da. Auch Göttingens Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Meyer und Göttingens Landrat Bernhard Reuter bevorzugen Stephan Weil beim Mitgliederentscheid. Zu ihm sind am 27. November knapp 65 000 Sozialdemokraten in Niedersachsen aufgerufen. In den Landkreis Northeim, Osterode und Göttingen sowie der Stadt Göttingen stimmen rund 5900 Genossen ab.

„Ich bin ein Kommunalo.“

Davon waren allerdings nur etwa 250 in die Stadthalle gekommen, um sich ein Bild von den Männern zu machen, über die sie entscheiden sollen. Es war die dritte von neun Regionalkonferenzen. SPD-Sprecher Sebastian Schumacher verwies darauf, dass über Internet 4335 Zuschauer die Veranstaltung am heimischen Bildschirm verfolgten. Über Internet seien auch 50 Fragen geschickt worden.

Die beiden Kandidaten, die Ministerpräsident David McAllister (CDU) ablösen wollen, vermieden strikt jegliche Konfrontation, inhaltlich unterschieden sie sich in den großen Punkten sowieso kaum. Wichtigstes Ziel sei die Umsetzung sozialdemokratischer Politik, für die beide mit Leidenschaft kämpfen wollen.

Weil punktete vor allem mit drei Themen. So betonte er, wie wichtig die Niedersachsenwahl für einen Machtwechsel in Berlin ist. Sie sei das letzte Votum auf Landesebene vor der Bundestagswahl im September 2013 und setze damit den Trend.

Dann zog er immer wieder die kommunalpolitische Karte: „Ich bin ein Kommunalo. Das wird mich davor bewahren, der zentralistischen Versuchung nachzugeben.“

Die südniedersächsischen Mandatsträger werden es gerne gehört haben, zumal er wiederholt mit der Überalterung und dem Bevölkerungsschwund eines der drängend werdenden Probleme zwischen Harz und hessischer Landesgrenze ansprach. Weil warf der Landesregierung in diesem Punkt Untätigkeit vorwarf.

Der 44jährige SPD-Landesvorsitzende Lies erntete für seine Art der Präsentation Anerkennung. „Olaf bringt emotional sehr viel mehr rüber als Stephan“, sagte der Osteroder Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Hausmann über seinen Favoriten.

Kritik äußerten die beiden gestandenen Fahrensmänner der SPD, Peter Neitzel und Hans-Jürgen Brecht aus Hardegsens Ortsteil Hettensen, an der Organisation des Urwahl-Tages. Für die rund 200 Mitglieder im Stadtverband gebe es nur ein zentrales Wahllokal im Dorfgemeinschaftshaus Ellierode. „Da kommt doch kaum jemand hin. Besser wäre es gewesen, mit einer Wahlurne zu jedem Mitglied zu fahren.“

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