Neuer TV-Spot der Sozialdemokraten

SPD bittet zum "Rednerpult des Volkes"

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Peer Steinbrück will mit echten Meinungen der Bundesbürger die Wähler erreichen.

Berlin - Die SPD will ihre Nähe zum Volk beweisen und hat für ihren neuen TV-Spot normale Menschen zum Rednerpult gebeten - doch nicht jeder Bürger kommt tatsächlich auch zu Wort.

Die SPD setzt in ihrem TV-Spot für die Bundestagswahl ganz auf Volkes Stimme. „Unsere Hauptprotagonisten sind ganz normale Menschen, das sind keine gecasteten Models“, sagte Generalsekretärin Andrea Nahles am Donnerstag in Berlin. Für den Spot wurde ein rotes SPD-Rednerpult auf eine 2800 Kilometer lange Reise durch Deutschland geschickt. Im eigenen Garten, vor einer Hochhaussiedlung, im Ballettstudio, auf dem Fußballplatz oder an der Werkbank schilderten Bürger ihre Sorgen und äußerten Forderungen an die Politik.

Aus vier Stunden Material entstanden ein Spot von 79 Sekunden und zwei von jeweils 30 Sekunden. Sie werden bis zum 22. September je achtmal in ARD und ZDF sowie rund hundertmal bei privaten Sendern gezeigt.

Steinbrück: "In Deutschland ist etwas aus dem Lot geraten."

Doch steckt hinter den vermeintlich authentischen TV-Spots selbstverständlich mehr als nur die reine Bemühung um eine ehrliche Meinung der Bürger: Die in den Spots gezeigten Aussagen entsprechen den Ansichten der SPD und spiegeln das Wahlprogramm der Partei wider. So kritisiert beispielsweise ein Mann, dass man täglich neun Stunden arbeite und der Lohn vom Staat dennoch aufgestockt werden müsse - das passt zur SPD-Forderung nach 8,50 Euro Mindestlohn. Ein anderer Bürger echauffiert sich über Bankenrettungen mit Steuergeld - die SPD will, dass Banken selbst dafür bezahlen. Und eine Frau kritisiert eine Zwei-Klassen-Medizin - die SPD will eine Bürgerversicherung.

Am Ende des Spots ist am roten Rednerpult Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zu sehen, der sagt: „Darum will ich Bundeskanzler werden, weil in Deutschland etwas aus dem Lot geraten ist und es in unserem Land wieder gerechter zugehen muss.“

Peer Steinbrück: Klare Kante und loses Mundwerk

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Schon auf den SPD-Wahlplakaten werben ganz normale Bürger für mehr Kita-Plätze, bezahlbare Mieten und ausreichende Renten. Die SPD nutze die gesetzliche Obergrenze für das Ausstrahlen von TV-Spots voll aus, so Nahles. Um besonders viele potenzielle Wählerschichten zu erreichen, wird das Werben bei Privatsendern erhöht - die Spots werden im Umfeld attraktiver Serien und Filme geschaltet.

dpa

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