Am Sonntag ist es soweit

SPD setzt große Hoffnungen auf TV-Duell

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Müssen Farbe bekennen im TV-Duell: Kanzlerin Merkel und Herausforderer Peer Steinbrück.

Berlin - Drei Wochen vor der Bundestagswahl ist die SPD in den Umfragen weit vom erhofften Sieg entfernt. Die Wende soll jetzt das einzige TV-Duell zwischen Herausforderer und Kanzlerin bringen.

„Das Duell wird eine Riesenaufmerksamkeit haben, deshalb ist es natürlich wichtig, ist doch klar“, sagte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel der „Rhein-Zeitung“ (Samstag) aus Koblenz. Er ging davon aus, dass Peer Steinbrück gegenüber CDU-Chefin Angela Merkel ein klares Profil zeigen wird: „Er redet Klartext und eiert nicht herum. Er zeigt klare Kante, und das unterscheidet ihn auch von Frau Merkel.“

Auch die stellvertretende SPD-Vorsitzende, NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, hofft auf einen Schub für ihre Partei. „Im Duell kann Frau Merkel nicht mehr lavieren wie bisher, sie muss endlich Farbe bekennen. Das kann dann noch mal einen richtigen Schub für den Rest des Wahlkampfs geben“, sagte sie der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Samstag). Noch sei nichts entschieden.

Die kuriosesten Wahlplakate aller Zeiten

Skurrile Wahlplakate
Oh mein Gott, was ist denn das? Anzugträger Christian Wulff als Sternenkrieger. Mit diesem Wahlplakat haben die niedersächsischen Grünen 2005 die CDU/FDP-Landesregierung und ihre Haushaltspolitik verspottet. Ministerpräsident Christian Wullf und seiner Crew mit Ursula von der Leyen und Hartmut Möllring wurde eine Aufhübschung des Haushaltes vorgeworfen. Mit Schattenhaushalten. © dpa
Skurrile Wahlplakate
Hääää??? Die Linken werben für STOIBER??? Für den stockkonservativen ÄÄäädmund Stoiber von der CSU? Nein, hier ist es natürlich nicht zu einer Skandal-Koalition zwischen Holzfällerhemd- und Seidenkrawattenträgern gekommen. "Die Linke" ruft zur Wahl eines anderen Stoibers auf: Siegfried Stoiber. Der bewarb sich bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2005 um einen Sitz im Bundestag. Beruf: 1-Euro-Job in einem Behindertenwohnheim. © dpa
Skurrile Wahlplakate
Oh la la! Weiße Frauenhände liegen sanft auf einem schwarzem Frauenpopo. Die Grünen setzen 2009 in Kaarst auf nackte Tatsachen - verschärfte nackte Tatsachen. Mit dem frechen Spruch: "Der einzige Grund, schwarz zu wählen". Irgendwie ging das aber komplett nach hinten los . Es hagelte Sexismus- und Rassismus-Vorwürfe. Die Grünen hängten das Plakat wieder ab. Die Schwarzen - also die CDU - lachten sich ins Fäustchen. © dpa
Skurrile Wahlplakate
Super-Schrill: Hausfrauen vor, Attacke mit dem rosa Teppichklopfer. Die Münchner Schlagersängerin Petra Perle posiert vor einem ihrer Wahlplakate für den Hausfrauenclub 2000. Perle bewarb sich bei der Bundestagswahl 1998 als Direktkandidatin im Wahlkreis 203 München-Mitte. 500 Wähler stimmten für sie, das waren 0,4 Prozent der gültigen Stimmen. Immerhin. © dpa
Skurrile Wahlplakate
Rrrrr...Sex-Appeal bei der CDU - oder zumindest tiefe Einblicke, das ist ja Geschmacksache. "Wir haben mehr zu bieten", verkündet das Wahlplakat. Kanzlerin Merkels Foto mit viiiiel Dekolleté wurde bei den Bayreuther Festspielen geschossen und ging dann um die Welt. Durchaus mit einer gehörigen Portion an Hohn und Spott. Die Berliner CDU-Bundestagskandidatin Vera Lengsfeld machte gleich mit - und es zahlte sich aus. Frau Merkel blieb Kanzlerin. Tja, Sex sells... © dpa
Skurrile Wahlplakate
Das ist nicht die C SU: Die  Regensburger "Liste Alz" hatte unter den Slogan "Jetzt oder nie, CSU weiter so - bis 2008. Geil, oder?" den CSU-Schriftzug samt bayerischem Löwen und blauweißer Raute gesetzt. Das sollte Satire sein - ging aber in die Hose. Ein Gericht verbot die Plakate: Falls die Liste weiter mit dem CSU-Logo werbe, drohe eine Geldstrafe von bis zu 50 000 Euro. Die "Liste Alz" gibt es übrigens auch nicht mehr. © dpa
Skurrile Wahlplakate
Piraten klauen öffentlich: Die Piratenpartei macht keinen Hehl daraus, dass sie Ideen für ihre Plakate klaut - immerhin gehört das ja auch zum Konzept. Der Slogan "Wählen ist geil" ist eigentlich in dieser Form bekannt als "Geiz ist geil". Hier zu sehen im Januar 2013 in Niedersachsen. © dpa
Skurrile Wahlplakate
Verunstaltet: Manchmal werden Wahlplakate unfreiwillig komisch. Etwa wenn Berlins regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit ein Zettel auf die Nase gepappt wird. Was darauf geschrieben ist, ist allerdings weniger lustig: Lügner. Diese Botschaft wollte Wowereit sicher nicht vermitteln. © dpa
Skurrile Wahlplakate
Oh je, hier hat das Wahlplakat eine unfreiwillige Botschaft, weil es ungünstig platziert ist: über einem Verkehrszeichen mit einem nach unten deutenden Pfeil. Hm, was soll das nun bedeuten? Mit Dieter Althaus von der CDU geht es in Thüringen bergab? Vielleicht war es aber auch ein ungünstiges Omen: Die CDU verlor bei der Landtagswahl 2009 die absolute Mehrheit - Althaus trat daraufhin zurück. © dpa

Merkel und Steinbrück treffen am Sonntagabend im einzigen TV-Duell des Wahlkampfs aufeinander. Vier Moderatoren von ARD, ZDF, RTL und ProSieben wollen in der 90-minütigen Live-Sendung vor allem die Kanzlerin aus der Reserve locken. Sie vermeidet im Wahlkampf bisher weitgehend eine harte Konfrontation mit ihren Kontrahenten. Für den Herausforderer ist es eine wichtige Chance, seinen Umfrage-Rückstand zu verringern. Das Duell wird von den vier Sendern ab 20.30 Uhr zeitgleich übertragen.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier setzt ebenfalls darauf, dass das TV-Duell für seine Partei die Wende im Wahlkampf bringen wird. „Frau Merkel kann zum ersten Mal in der Auseinandersetzung um Inhalte nicht ausweichen“, sagte er der „Frankfurter Rundschau“ (Samstag). Steinbrück werde deutlich machen, „dass da eine Kanzlerin sitzt, die außer bunten Bildern bei Gipfeltreffen nichts will und um sich ein Kabinett versammelt hat, das zur Hälfte schon ausgetauscht werden musste und zur anderen Hälfte angeschossen ist“. Das Duell vor einem Millionenpublikum sei „ein wichtiges Zwischenziel“ auf dem Weg zum erhofften Wahlerfolg.

Allerdings rechnen nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ 62 Prozent der Bundesbürger damit, dass Merkel das Duell für sich entscheiden wird. Nur 16 Prozent rechnen mit einem Erfolg Steinbrücks. Selbst bei den SPD-Wählern sind dem Bericht zufolge 42 Prozent davon überzeugt, dass Merkel als Gewinnerin aus der Fragerunde hervorgehen wird, 36 Prozent setzen auf Steinbrück. 54 Prozent der Befragten gaben an, sich die Sendung anschauen zu wollen.

TV-Duell: Die Protagonisten als Lego-Figuren

Kurz vor dem TV-Duell der Spitzenkandidaten der Bundestagswahl treten Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) bereits als Lego-Figuren vor die Kamera. Im Legoland Oberhausen haben Mitarbeiter aus 1810 Steinen das Fernsehduell im Mini-Format nachgebaut: die Kandidaten hinter Rednerpulten, die vier Moderatoren Stefan Raab (ProSieben), Peter Kloeppel (RTL), Anne Will (ARD) und Maybrit Illner (ZDF), ein Kamerateam sowie das Publikum im Fernsehstudio. © dpa
Kurz vor dem TV-Duell der Spitzenkandidaten der Bundestagswahl treten Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) bereits als Lego-Figuren vor die Kamera. Im Legoland Oberhausen haben Mitarbeiter aus 1810 Steinen das Fernsehduell im Mini-Format nachgebaut: die Kandidaten hinter Rednerpulten, die vier Moderatoren Stefan Raab (ProSieben), Peter Kloeppel (RTL), Anne Will (ARD) und Maybrit Illner (ZDF), ein Kamerateam sowie das Publikum im Fernsehstudio. © dpa
Kurz vor dem TV-Duell der Spitzenkandidaten der Bundestagswahl treten Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) bereits als Lego-Figuren vor die Kamera. Im Legoland Oberhausen haben Mitarbeiter aus 1810 Steinen das Fernsehduell im Mini-Format nachgebaut: die Kandidaten hinter Rednerpulten, die vier Moderatoren Stefan Raab (ProSieben), Peter Kloeppel (RTL), Anne Will (ARD) und Maybrit Illner (ZDF), ein Kamerateam sowie das Publikum im Fernsehstudio. © dpa
Kurz vor dem TV-Duell der Spitzenkandidaten der Bundestagswahl treten Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) bereits als Lego-Figuren vor die Kamera. Im Legoland Oberhausen haben Mitarbeiter aus 1810 Steinen das Fernsehduell im Mini-Format nachgebaut: die Kandidaten hinter Rednerpulten, die vier Moderatoren Stefan Raab (ProSieben), Peter Kloeppel (RTL), Anne Will (ARD) und Maybrit Illner (ZDF), ein Kamerateam sowie das Publikum im Fernsehstudio. © dpa
Kurz vor dem TV-Duell der Spitzenkandidaten der Bundestagswahl treten Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) bereits als Lego-Figuren vor die Kamera. Im Legoland Oberhausen haben Mitarbeiter aus 1810 Steinen das Fernsehduell im Mini-Format nachgebaut: die Kandidaten hinter Rednerpulten, die vier Moderatoren Stefan Raab (ProSieben), Peter Kloeppel (RTL), Anne Will (ARD) und Maybrit Illner (ZDF), ein Kamerateam sowie das Publikum im Fernsehstudio. © dpa
Kurz vor dem TV-Duell der Spitzenkandidaten der Bundestagswahl treten Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) bereits als Lego-Figuren vor die Kamera. Im Legoland Oberhausen haben Mitarbeiter aus 1810 Steinen das Fernsehduell im Mini-Format nachgebaut: die Kandidaten hinter Rednerpulten, die vier Moderatoren Stefan Raab (ProSieben), Peter Kloeppel (RTL), Anne Will (ARD) und Maybrit Illner (ZDF), ein Kamerateam sowie das Publikum im Fernsehstudio. © dpa
Kurz vor dem TV-Duell der Spitzenkandidaten der Bundestagswahl treten Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) bereits als Lego-Figuren vor die Kamera. Im Legoland Oberhausen haben Mitarbeiter aus 1810 Steinen das Fernsehduell im Mini-Format nachgebaut: die Kandidaten hinter Rednerpulten, die vier Moderatoren Stefan Raab (ProSieben), Peter Kloeppel (RTL), Anne Will (ARD) und Maybrit Illner (ZDF), ein Kamerateam sowie das Publikum im Fernsehstudio. © dpa
Kurz vor dem TV-Duell der Spitzenkandidaten der Bundestagswahl treten Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) bereits als Lego-Figuren vor die Kamera. Im Legoland Oberhausen haben Mitarbeiter aus 1810 Steinen das Fernsehduell im Mini-Format nachgebaut: die Kandidaten hinter Rednerpulten, die vier Moderatoren Stefan Raab (ProSieben), Peter Kloeppel (RTL), Anne Will (ARD) und Maybrit Illner (ZDF), ein Kamerateam sowie das Publikum im Fernsehstudio. © dpa

Die Grünen fordern Steinbrück auf, vor allem beim Thema soziale Gerechtigkeit klare Kante zu zeigen. Ihre Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt sagte der „Bild am Sonntag“: „Sieben Millionen Menschen verdienen in Deutschland weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Viele brauchen zwei oder drei Jobs, um leben zu können. Diese soziale Ungerechtigkeit muss Steinbrück deutlich machen und Alternativen aufzeigen.“ Steinbrück werde sicher klar machen, „dass es nicht ausreicht, wie Frau Merkel im Fernsehen nur nett zu lächeln und zu behaupten, es geht uns doch allen irgendwie gut“.

dpa

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