"Spiegel"-Bericht

Führt NSA Deutschland als Spionageziel?

Berlin - Der US-Geheimdienst NSA führt Deutschland einem Bericht des "Spiegel" zufolge intern als Spionageziel - das Interesse liegt demnach aber nur im Mittelfeld.

In einer "geheim" eingestuften Liste aus dem Archiv des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden vom April 2013 definierten die USA ihre nachrichtendienstlichen Prioritäten, berichtete der "Spiegel" am Samstag vorab aus seiner neuen Ausgabe. Die Skala reiche von eins (höchstes Interesse) bis fünf (niedrigstes Interesse). Deutschland rangiere im Mittelfeld, auf einer Ebene mit Frankreich und Japan, aber vor Italien und Spanien.

Interessiert sind die US-Geheimdienste dem Bericht zufolge vor allem an der deutschen Außenpolitik, an Fragen der ökonomischen Stabilität und Gefahren für die Finanzwirtschaft (Priorität drei). Themen wie Waffenexporte, neue Technologien, hoch entwickelte konventionelle Waffen und internationaler Handel hätten die Priorität vier. Priorität fünf erhalten die Gegenspionage aus Deutschland und die Gefahr deutscher Cyberangriffe auf US-Infrastrukturen. Laut dem Dokument ist dem Bericht zufolge auch die Europäische Union ein Ziel, dies mit Priorität drei.

Top-Ziele der US-Geheimdienste sind dem Bericht zufolge China, Russland, der Iran, Pakistan, Nordkorea und Afghanistan. Geheimdienstlich weitgehend irrelevant dagegen seien offenbar Kambodscha, Laos oder der Vatikan sowie die meisten europäischen Länder.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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