Kommentar zur möglichen Volksabstimmung in Athen: Spiel hinter der Kulisse

Den Bankrott vor Augen, bietet der Griechen-Premier Europartnern Reformen an, aber keinen Reformkurs. Dazu ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Die Unterhändler von Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und Kommission, bekannt als Troika, werden sich von Alexis Tsipras’ Reforminitiative nicht bluffen lassen: Ein paar Millionen hier, ein paar dort - aber kein Wort zu der überfälligen Liberalisierung des griechischen Arbeitsmarktes. Kein Wort zu einer Rentenreform. Kein Wort zu Sparmaßnahmen und Privatisierungen.

Mehr Wahrheit als in dem gesamten Athener Verhandlungsbrimborium steckt in jenem Satz, den der griechische Regierungschef dem Fernsehsender Star TV sagte: „Wir dürfen nur nicht panisch werden. Wer Angst bekommt, verliert das Spiel.“ Eine bezeichnende Staffelübernahme beim Thema Amateur, Spieler, Zeitverschwender. Aber auch eine treffende Definition von Politik auf Athener Art.

Überrascht das wirklich noch jemanden? Die Extremisten-Koalition in Athen hatte ihren Wählern von Anfang an das Blaue vom Himmel versprochen - irrerweise mit Euro und Rettungsmilliarden wie schon seit Jahren.

Tsipras’ Drohung mit der Volksabstimmung macht sichtbar, dass er hinter seinen Theaterkulissen die nötigen Reformen weder durchsetzen kann noch will. Das macht den Griechen-Bankrott immer wahrscheinlicher. Kopf oder Zahl? Egal wie das Spiel ausgeht: Schuld soll dann ein anderer sein. Notfalls eben das Volk.

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