30 Jahre Die Grünen - Landesvorsitzende Steiner: Wir sind immer noch und schon wieder wichtig

Spinner-Image, das war einmal

Fröhlich voran: Mit einem symbolischen Marsch durch Hannover feierten die niedersächsischen Grünen gestern in der Landeshauptstadt das 30-jährige Bestehen ihrer Partei. Foto:  dpa

Hannover. Eine Debatte über ein Bündnis mit der CDU wollen sich Niedersachsens Grüne derzeit nicht aufdrängen lassen. „Wir sind eigenständig“, sagt Landeschefin Stefanie Henneke selbstbewusst. „Wenn die inhaltlichen Schnittmengen passen, stellen sich die Machtoptionen von selbst.“

Doch damit sei es derzeit nicht weit her. Gorleben, Asse, Bürgerrechte, Schulpolitik - die Unterschiede zur Niedersachsen-Union seien einfach viel zu groß, meint auch die Co-Vorsitzende Dorothea Steiner. „So lange sich hier nichts bewegt, wird das nicht funktionieren.“ Und da sei es ziemlich egal, ob der CDU-Ministerpräsident Christian Wulff oder David McAllister heiße.

Unter Schröder am Ruder

Gerade Wulff sei seine anfangs „umweltkritische Attitüde“ in der Regierung schnell abhanden gekommen. „Er lässt die FDP machen, was sie will“, schimpft Steiner mit Blick auf Umweltminister Hans-Heinrich Sander.

Auf 30 Jahre blicken die Grünen in Niedersachsen zurück - einschließlich einer vierjährigen Regierungsbeteiligung unter SPD-Ministerpräsident Gerhard Schröder von 1990 bis 1994. Gestern erinnerten sie mit einem kleinem symbolischen Umzug durch Hannover an ihre Anfänge und die immer noch vier wichtigsten Grundwerte: ökologisch, basisdemokratisch, sozial, gewaltfrei.

Auch wenn das Image der „Spinner im Wollpulli“ längst Geschichte sei, gerade dort seien sie konkurrenzlos. Dass ihnen inzwischen die anderen Parteien diese Felder streitig machten, sei kein Grund, auf die Grünen zu verzichten, betont Steiner. Insbesondere der von Schwarz-gelb geplante Ausstieg vom Atomausstieg, die ungeklärte Endlagerfrage und der für den Herbst geplante neue Castor-Transport nach Gorleben zeigten, wie wichtig die Grünen immer noch und schon wieder seien.

Das spiegelt sich auch an den Mitgliederzahlen wieder. Von 4630 im vergangenen Jahr auf 4792 im Januar stieg diese in Niedersachsen an. Die Grüne Jugend (GJN) profitierte besonders stark vom Regierungswechsel in Berlin. Rund um die Bundestagswahl traten nach Angaben des Landesverbandes 150 junge Menschen in die GJN ein.

Von Peter Mlodoch

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