Unglück: Staatsanwalt prüft

Anklage nach Todessturz von Sprungturm?

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Abwärts: Springer vor der Neun-Meter-Plattform des Sprungturms am Hoherodskopf. Archivfoto: dpa

Schotten/Giessen. Bei ihren Ermittlungen nach dem tödlichen Sturz eines Kindes von einem Freizeit-Sprungturm im Vogelsberg wartet die Staatsanwaltschaft Gießen auf ein wichtiges Gutachten.

Das soll laut Behördensprecherin Julia Bussweiler bis Ende Februar klären helfen, ob bei Bau und Betrieb der fast zehn Meter hohen Gerüstkonstruktion auf dem Hoherodskopf Sorgfaltspflichten und Sicherheitsvorschriften missachtet wurden. Und ob die Einhaltung dieser Regeln das Unglück verhindert hätte.

Der Turm war nach Informationen unserer Zeitung von einem Gerüstbauer aus dem Vogelsbergkreis als Ferienattraktion nahe dem Hoherodskopf-Kletterwald aufgestellt worden. Eine Zwölfjährige aus dem Landkreis Fulda hatte am 31. August 2015 nach Trainingssprüngen von der Sechs-Meter-Plattform das Luftkissen am Fuß des Turmes aus neun Metern Höhe verfehlt. Möglicherweise, weil es in letzter Sekunde noch versucht hatte, das Geländer zu greifen, driftete das Kind nach links ab, wurde von der Umrandung des Kissens hochkatapultiert und landete hart auf dem angrenzenden Parkplatz. Das Mädchen fiel schwerverletzt ins Koma und starb Anfang Oktober im Krankenhaus.

Größe des Kissens, sein Abstand zum Turm, Absprung und Gefahrpunkte in direkter Umgebung der Anlage – all das könnte eine Rolle spielen, wenn die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung weiter ermittelt und möglicherweise Anklage gegen Betreiber oder Betreuer des Sprungturms erhebt. (wrk)

RTL-Video vom Turm

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