Rechtsextremismus

„SS-Siggi“ ist tot – Bekannter Rechtsextremist stirbt mit 67

SS-Siggi ist tot
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„SS-Siggi“ im Januar 2020 auf einer Demonstration.

Der Dortmunder Neonazi Siegfried Borchardt ist tot. Seine Trauerfeier könnte Rechtsextreme aus ganz Deutschland anlocken.

Dortmund – Siegfried Borchardt ist tot. Der als „SS-Siggi“ bekannte Neonazi aus Dortmund wurde 67 Jahre alt. Das teilte die rechtsextreme Partei „Die Rechte“ am Sonntag auf ihrer Internetseite mit. In der Bekanntmachung heißt es, dass Borchardt nach einem kurzen Aufenthalt in einem Krankenhaus verstorben sei.

Borchardt erlangte überregionale Bekanntheit durch die Mitgliedschaft in zahlreichen Neonazi-Gruppierungen. Unter anderem gründete er im Jahr 1982 die Gruppe „Borussenfront“. Zudem war Borchardt an der Gründung und der Organisation mehrerer rechtsextremer Gruppen in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Seinen Spitznamen „SS-Siggi“ erhielt Borchardt unter anderem nach einer Haftstrafe in den 80er-Jahren. Er war zuvor wegen Körperverletzung und Vandalismus verurteilt worden. Zudem beteiligte er sich an mehreren Gewaltaktionen, denen Menschen mit Migrationshintergrund zum Opfer fielen.

„SS-Siggi“ ist tot – Bekannter Rechtsextremist aus Dortmund gestorben

„SS-Siggi“ war allerdings nicht nur aktivistisch, sondern auch politisch aktiv: Im Jahr 2014 zog er für die rechtsextreme Partei „Die Rechte“ in den Stadtrat von Dortmund ein, was für Proteste sorgte*. Allerdings kündigte er bereits zwei Monate später seinen Rücktritt an – aus gesundheitlichen Gründen. Nun ist Borchardt verstorben.

Siegfried Borchardt (r.) im Jahr 1999 auf einer rechtsextremen Demonstration in Magdeburg. (Archivfoto)

Es bleibt abzuwarten, wie die Trauerfeier beziehungsweise Beerdigung abläuft. Möglicherweise sieht die rechtsextreme Szene in Deutschland darin einen Anlass zur Mobilisierung. (tu) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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