Über 30 Milliarden Euro

Staatsausgaben für Kinder auf Rekordhoch

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Zwei Drittel der Ausgaben flossen in die Kindertagesbetreuung.

Wiesbaden - Der neue Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kleinkinder, Erziehungshilfen und der Schutz für Kinder in Gefahr - noch nie hat der Staat so viel Geld für den Nachwuchs ausgegeben.

Die staatlichen Ausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland sind auf einen Rekordwert gestiegen. Rund 30,5 Milliarden Euro steckten Bund, Länder und Gemeinden 2011 in Kindertagesbetreuung, Erziehungshilfen, Jugendarbeit und den Schutz gefährdeter Kinder. Das waren noch einmal 5,7 Prozent mehr als im Spitzenjahr 2010 und somit der höchste Wert seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte.

Noch deutlicher fällt die Steigerung nach Abzug der Einnahmen aus Gebühren und Teilnahmebeiträgen aus: Netto wendete die öffentliche Hand 27,9 Milliarden Euro auf - 6,2 Prozent mehr als 2010.

So funktioniert das Betreuungsgeld

Eltern sollen künftig ein Betreuungsgeld erhalten, wenn sie für ihre Kinder zwischen dem 13. und 36. Lebensmonat kein staatlich gefördertes Angebot in einer Krippe oder bei einer Tagesmutter in Anspruch nehmen. © dpa
Die Kritiker sprechen von einer “Fernhalteprämie“ oder “Herdprämie“, die Koalition von “Wahlfreiheit“ bei der Kinderbetreuung. © dpa
Das Betreuungsgeld soll ab 1. Januar 2013 zunächst nur für Kinder im zweiten Lebensjahr mit 100 Euro monatlich starten. © dpa
Ab 2014 soll das Geld auch für Kinder im dritten Lebensjahr gezahlt und für alle auf 150 Euro monatlich erhöht werden. © dpa
Die neue Leistung wird nach dem Gesetzentwurf auch dann ausbezahlt, wenn beide Elternteile berufstätig sind und Großeltern, Verwandte, Freunde oder ein Au-pair-Mädchen das Kind betreuen. © dpa
Beantragt werden kann das Betreuungsgeld bei den Elterngeldkassen der Kommunen. Bei Hartz-IV- oder Sozialhilfe-Empfängern wird das Betreuungsgeld von der Gesamtleistung wieder abgezogen. © dapd
Nach dem überarbeiteten Gesetzentwurf sind für das Betreuungsgeld 2013 rund 300 Millionen Euro eingeplant. Ab 2014 werden Aufwendungen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro, ab 2015 dann 1,2 Milliarden Euro erwartet. © dpa

Nahezu zwei Drittel des Geldes (19 Milliarden Euro brutto) flossen in die Kindertagesbetreuung. Das waren 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Gut ein Viertel der Brutto-Ausgaben kam Hilfen zur Erziehung zugute. Dazu gehören neben der Beratung auch Heimerziehung und betreute Wohnformen.

Die Ausgaben für vorläufige Schutzmaßnahmen, vor allem die Inobhutnahme bei Gefährdung des Kindeswohls, legten überdurchschnittlich stark zu - um 8,1 Prozent auf rund 178 Millionen Euro. Für die Jugendarbeit wurden rund fünf Prozent oder 1,6 Milliarden Euro ausgegeben.

dpa

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