Staatsanwalt: Kali-Versenkung verunreinigt auch Trinkwasser

Kassel/Meiningen. Erstmals hat sich am Freitag die Staatsanwaltschaft Meiningen zur Anklageerhebung gegen Manager des Kasseler K+S-Konzerns und Bedienstete des Landesbergamtes Thüringen geäußert.

Es geht um den Verdacht der Gewässerverunreinigung und des unerlaubten Umgangs mit Abfällen: Die Versenkung von Salzabwässern aus der Kaliproduktion im Werrarevier - in diesem Fall von 1999 bis 2007 nahe der Thüringer Gemeinde Gerstungen - verunreinige oberhalb der Versenkschichten „nachhaltig auch das Trinkwasser“ im Buntsandstein, so die Staatsanwaltschaft zu ihren Vorwürfen.

Angeklagt sind 14 K+S-Mitarbeiter, darunter auch Vorstandschef Norbert Steiner und seinen Amtsvorgänger Ralf Bethke, jetzt Aufsichtratsvorsitzender, sowie drei Mitarbeiter des Thüringer Landesbergamtes.

Es müsse zwischen Unternehmen und Genehmigungsbehörde „zumindest stillschweigendes Einverständnis darüber bestanden haben, dass die Genehmigungen rechtlich nicht zu vertreten gewesen sind“. Allen Beteiligten müsse außerdem klar gewesen sein, dass Aussagen und Gutachten mit dem Fazit, um eine mögliche Verunreinigung des nutzbaren Grundwassers durch zurücksteigende Salzlauge müsse man sich keine Sorgen machen, falsch seien. Dasselbe gelte auch für Aussagen, „dass ein Anstieg des Salzgehaltes in einigen Messstellen ab dem Jahr 2003 nichts mit der Versenkung zu tun habe“, sagt die Staatsanwaltschaft unter Verweis auf umfangreiche Ermittlungen nach einer Strafanzeige im Jahr 2008.

Die Anklage liegt jetzt beim Landgericht Meiningen. Dort wird über die Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden. Standpunkt von K+S: Man halte die Versenkgenehmigung von damals für rechtmäßig. „Die fortlaufende Prüfung durch eine externe Kanzlei im Auftrag des Unternehmens in den vergangenen Monaten hat ergeben, dass keine Anhaltspunkte für strafbares Verhalten vorliegen.

Rubriklistenbild: © dpa

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