Staatsanwaltschaft: Guttenberg hat nicht absichtlich getäuscht

Berlin - Bei ihren Ermittlungen gegen den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist die Staatsanwaltschaft Hof nicht von absichtlicher Urheberrechtsverletzung ausgegangen.

In der Begründung heiße es, Guttenbergs Erklärung, er habe schlicht den Überblick verloren, sei “nachvollziehbar und jedenfalls nicht zu widerlegen“, meldet das Nachrichtenmagazin “Spiegel“ in seiner jüngsten Ausgabe. Zudem fielen sehr viele Plagiatsstellen nicht unter den Schutz des Urheberrechts, weil die nötige “schöpferische Eigentümlichkeit“ fehle, so die Staatsanwaltschaft.

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Die Universität Bayreuth hatte dem Ex-Minister dagegen absichtliche Täuschung vorgeworfen. Dagegen hatte sich Guttenberg entschieden verwahrt. Das Verfahren gegen den CSU-Politiker war im November gegen eine Zahlung von 20 000 Euro eingestellt worden.

Unterdessen sieht der Verfasser des Interview-Buchs mit Guttenberg, “Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, die Kooperation mit dem Herder-Verlag rückblickend kritischer. Dem “Spiegel“ sagte er, er würde nach dieser Erfahrung künftig “grundsätzlich überlegen, ob die Konstruktion so einer Kooperation - Vorabdruck im eigenen Blatt und Buch durch ein und denselben Journalisten - sinnvoll ist“.

Di Lorenzo wirft Kritikern Scheinheiligkeit vor

Zugleich warf di Lorenzo seinen Kritikern vor, es liege “eine gewisse Scheinheiligkeit darin, zu sagen, ich hätte diesem Mann keine Plattform bieten dürfen, den Inhalt aber so interessant zu finden, dass die ganze Republik darüber spricht und schreibt“.

Auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) kommentierte den Rummel um seinen Amtsvorgänger. “Wir sollten Karl-Theodor zu Guttenberg und seine momentanen Aktivitäten nicht so wichtig nehmen“, sagte er der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Dies gelte “für alle: für ihn selbst, für die Politiker, aber auch für die Medien“.

Die Bevölkerung traut zu Guttenberg derweil nach wie vor einiges zu. So halten ihn nach einer Umfrage von TNS Emnid im Auftrag von “Focus“ 30 Prozent der Befragten am besten für die Neugründung einer konservativen Partei geeignet. Deutlich hinter zu Guttenberg liegt mit 20 Prozent der ehemalige CDU-Politiker Friedrich Merz. dapd/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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