Städte und Behörden sehen sich bestens für Winter gerüstet

Hannover. Eis und Schnee können kommen: Die Streusalzlager in Niedersachsen sind voll. Engpässe wie in den strengen Wintern vor drei oder vier Jahren soll es nicht mehr geben.

Die Autobahn- und Straßenmeistereien in Niedersachsen sind trotz der milden Temperaturen in den vergangenen Tagen bereits gut auf den Winter vorbereitet. 150.000 Tonnen Streusalz sind landesweit eingelagert. „Damit sind wir gut gerüstet“, sagte die Sprecherin der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hannover, Heike Haltermann. 1400 Mitarbeiter stehen mit 600 Winterdienstfahrzeugen bereit, um die Straßen frei von Schnee und Eis zu halten.

In der vergangenen Wintersaison sei wegen der niedrigen Temperaturen bis in den April mit mehr als 200.000 Tonnen Streusalz überdurchschnittlich viel verbraucht worden. Zu Engpässen sei es aber anders als in den strengen Wintern 2009/2010 und 2010/2011 nicht gekommen. „Sobald die Lager weniger als 80 Prozent gefüllt sind, wird nachbestellt“, sagte Haltermann. Seit den Schwierigkeiten wurde ein zentral gesteuertes Management eingeführt, das den Bedarf, den Einkauf, die Lagerhaltung, die Transportlogistik und den Bestand überwacht.

Auch die Städte und Landkreise haben sich bereits mit Streusalz eingedeckt. In Osterode am Harz sind 300 Tonnen eingelagert. „Damit kommen wir in einem normalen Winter hin“, sagte der Abteilungsleiter Kreisstraßen, Andreas Marks. Es werde aber stetig zugekauft, sobald etwas verbraucht werde, so dass die Lager nie leer seien. Zudem werde das Streusalz sparsam verwendet. „Wir streuen nur so viel wie nötig“, betonte er. Benutzt wird wie fast überall Feuchtsalz, das aus einer Mischung aus Salz und Sole besteht. „Das hat den Vorteil, dass das Salz nicht so schnell verweht“, erläuterte Marks.

In Emden wurden 600 Tonnen vorbestellt. Die Stadt stehe in ständigem Kontakt mit einer ortsansässigen Firma, um frühzeitig Engpässe zu erkennen und gegebenenfalls nachzubestellen. „Dies aus den Erfahrungen heraus, als es vor Jahren kein Streusalz mehr gab“, sagte der Sprecher der Stadt, Eduard Dinkela. In Braunschweig sind seit Ende Juni 9000 Tonnen eingelagert worden. „Damit kommen wir normalerweise sogar zwei Winter hin“, sagte Logistikleiter des Entsorgungsunternehmens Alba, Holger Horn. Seit den Salznotständen vor einigen Jahren sei die Lagerkapazität stark erhöht worden. „Um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein“, fügte Horn hinzu.

Auch das Lager in Göttingen ist voll. „Wir sind gut gerüstet für den Winter“, sagte der Städtereinigungsmeister bei den Entsorgungsbetrieben, Wolfgang Lindner. 900 Tonnen wurden eingelagert, für mehr reichte der Platz nicht. Um nicht noch einmal während eines strengen Winters in Bedrängnis zu kommen, sprühen drei von insgesamt neun Fahrzeugen seit zwei Jahren reine Sole auf die Straßen. „Wir haben damit wider Erwarten gute Erfahrungen gemacht“, sagte Lindner. Obwohl empfohlen werde, Sole nur bis minus sieben Grad zu verwenden, habe der Winterdienst reine Sole auch schon bei minus 16 Grad verwendet - mit Erfolg. Die Sole werde direkt aus der Göttinger Saline bezogen. „Somit sind wir nicht ganz so abhängig von den Salzlieferanten“, betonte Lindner. (dpa)

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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