Umfrage Mittelstand: Schlechte Noten für Bildungspolitik, gute für die Infrastruktur

Standort macht Boden gut

Hannover. Der Wirtschaftsstandort Niedersachsen hat aus Sicht des Mittelstandes Boden gut gemacht - er bleibt aber im Vergleich der Bundesländer auf einem hinteren Rang. In einer Umfrage bewerteten 85 Prozent der Firmen die Rahmenbedingungen am Standort Niedersachsen als „gut“ oder „eher gut“. Im Vorjahr waren es 70 Prozent.

Im Vergleich der Bundesländer verbesserte sich Niedersachsen vom 14. auf den 11. Platz. Das ergab das Mittelstandsbarometer 2010 des Beratungsunternehmens Ernst & Young, für das in Niedersachsen 235 mittelständische Betriebe befragt wurden. Spitzenreiter im bundesweiten Ranking ist Baden-Württemberg vor Bayern. Bremen verbesserte sich vom elften auf den sechsten Rang.

Der vergleichsweise schlechte Rang Niedersachsens ergibt sich dadurch, dass nur 25 Prozent der Firmen die Bewertung „gut“ gaben, 60 Prozent „eher gut“ - in anderen Ländern gaben mehr Betriebe ein glattes „gut“.

Eine unterdurchschnittliche Bewertung gab es von den Mittelständlern in Niedersachsen für die Bildungspolitik. Nur 54 Prozent bewerten diese mit „gut“ oder „eher gut“. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 59 Prozent. Im Länderranking fiel Niedersachsen vom siebten auf den zehnten Platz zurück. Deutlich gestiegen ist die Zufriedenheit mit der Mittelstandspolitik der Landesregierung sowie der Infrastruktur. Dazu zählen Straßen- und Bahnnetze, Anbindung an Flughäfen oder die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen.

Bundesweit auf 10. Platz

In Bremen bewerteten insgesamt 83 Prozent der Firmen die Rahmenbedingungen als „gut“ oder „eher gut“. Im Vorjahr waren es nur 67 Prozent. Bessere Noten gab es auch für die Infrastruktur, Kritik dagegen an der Bildungspolitik.

Generell habe sich in der Wirtschaftskrise die tatsächliche Qualität des Standorts Deutschland erwiesen, sagte Peter Englisch, Partner bei Ernst & Young. „Wir haben keine Immobilienkrise und keine Spekulationsblasen. Der Standort Deutschland ist strukturell gesund.“ Deutschland habe die Krise bislang besser gemeistert als die meisten anderen Industrienationen, nicht zuletzt dank staatlicher Unterstützungsmaßnahmen. Allerdings werde sich der globale Standortwettbewerb verschärfen. (dpa)

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