Unten muss es mehr geben

Kommentar zum Tarifstreit im öffentlichen Dienst

Tibor Pézsa über die Tarifauseinandersetzung im Öffentlichen Dienst

Unten muss es mehr geben: Ausfallende Flüge und Straßenbahnen, liegen bleibender Müll und Minimalbetreuung in den Kitas - keine Frage: Viele Räder stehen still, wenn Verdis starker Arm es will.

Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes geht es um Interessen, nicht um eine richtige oder um eine falsche Lösung. Es geht zunächst um die Frage, wieviel uns Bürgern die Dienstleistungen unserer Arbeiter und Angestellten wert sind.

Geben wir ihnen mehr, erhöhen wir den Druck auf die öffentlichen Etats. Das kann zu Leistungssenkungen, höheren Gebühren und „k.w.“-Vermerken führen: kann wegfallen, also Stellenabbau. Bleiben wir hart, zeigen uns Busfahrer, Friedhofsmitarbeiter und Stadtwerker, dass ihre Arbeit nicht so selbstverständlich ist, wie sie uns oft erscheint. Und Leute, die keinen Cent übrig haben, können auch keinen Cent mehr ausgeben.

Die Forderung von Verdi, 100 Euro höheres Sockelgehalt plus 3,5 Prozent mehr, würde vor allem die unteren Einkommensgruppen überproportional stärken. Hier reden wir über Gehaltsgruppen, die anders als Großverdiener ihr Geld nicht in die Schweiz bringen, sondern es umgehend wieder ausgeben.

Gewiss: Die Inflation liegt fast bei null, und der öffentliche Dienst hat zuletzt schon spürbare Erhöhungen erstritten. Dennoch erscheint gerade eine Stärkung der untersten Lohngruppen sinnvoll. Hierauf sollte unser Augenmerk liegen. tpa@hna.de

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