HNA-Kommentar zum CO2-Ausstoß

Klimawandel: Reiche Länder müssen weiter vorangehen

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Werner Kolhoff über den Weltklimarat

Berlin. Seit gut 20 Jahren jagt eine Klimakonferenz die nächste. Und das Ergebnis: Der CO2-Ausstoß steigt immer weiter. Dazu ein Kommentar von Werner Kolhoff.

Selbst Deutschland mit seinen vielen Windrädern und Solardächern bläst wieder mehr Kohlendioxid in die Luft. Es scheint, als seien all die Mühen für die Katz. Und auch, als stumpfe die Menschheit nur immer mehr ab, je lauter die Warnrufe des Weltklimarates geworden sind.

Man hat nicht unbedingt das Gefühl, dass der Verstand bei diesem Thema entscheidet. Entscheidend ist der Preis. Wenn er nicht stimmt, gehen weder die Menschen mit, noch ihre Regierungen. Und 2015 beim Klimagipfel in Paris muss es eine verbindliche internationale Vereinbarung geben, sonst ist das Zwei-Grad-Ziel nicht einzuhalten.

In ihren Berliner Empfehlungen haben sich die Wissenschaftler deswegen zu Recht auf das ökonomische Argument konzentriert. Denn das ökologische Argument ist viel zu langfristig. Der Klimawandel kommt schleichend und mit vielen zufälligen Ausschlägen. Nur dort, wo wie in Teilen Chinas die fossile Verbrennung über die Luftverschmutzung schon heute Katastrophen auslöst, ist der Leidensdruck hoch genug. Das ökonomische Argument lautet, dass Investitionen in eine kohlenstofffreie oder kohlenstoffarme Energieproduktion viel weniger kosten als man denkt und erst recht als die Folgen von Klimakatastrophen.

Die reichen Länder, auch Deutschland, müssen weiter vorangehen. Sie haben in der Vergangenheit das CO2 produziert, das die bisherige Erderwärmung verursacht. Sie können eine Wende weg von der fossilen Energie schaffen. Sie können auch eine Wende weg vom wachsenden Energieverbrauch schaffen, beides ohne irgendeinen Wohlstandsverlust. Wer, wenn nicht sie?

Kontakt zum Autor: nachrichten@hna.de

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