Statistik zeigt: Mehr Kinderunfälle im Norden

+
Beschädigte Fahrräder unter einem Auto: Unfall im Jahre 2006 in der Nähe der Northeimer Schule am Sultmer.

Kassel/Göttingen. Die Gefahr, dass Kinder im Straßenverkehr verunglücken, ist in Deutschland sehr unterschiedlich: Die Unfallbelastung je 1000 Kinder ist im Norden höher als im Süden, in Großstädten höher als auf dem flachen Land.

Im zweiten Kinderunfallatlas für 2006 bis 2010 hat die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) bis in Städte und Landkreise hinunter die Zahlen der Polizei von verletzten und toten Unfallopfern bis 14 ausgewertet: Das erlaubt den Vergleich untereinander, zeigt aber auch Fort- oder Rückschritte gegenüber den Jahren 2001 bis 2005.

Hessen hatte laut BASt-Studie bezogen auf 100 000 der Altersgruppe die geringste Zahl verunglückter Kinder. Auch Nordhessen und Südniedersachsen haben im Bundesvergleich gute Noten. Nordhessens Landkreise gelten am guten Ende der vierstufigen Skala als gering unfallbelastet, in Südniedersachsen trifft das auf den Kreis Osterode am Harz zu. Die Kreise Göttingen, Northeim und Holzminden liegen eine Klasse ungünstiger mit geringer bis mittlerer, der Kreis Goslar bei mittlerer bis höherer Unfallbelastung je 1000 Kindern. Tiefrot als Zone hoher Unfallbelastung sticht die Stadt Kassel heraus. Würde man Stadt und Landkreis gemeinsam werten, dürften sich die Extreme annähern.

Nicola Neumann-Opitz, Mitautorin der BASt-Studie, warnt vor falschen Schlüssen und schiefen Vergleichen: Um das Prädikat Gefährlich oder Sehr Gefährlich zu verteilen, müsse man schon noch mehr vergleichen als die bloße Zahl verunglückter Kinder.

Beispiel Fahrradunfälle: Dass die im Münsterland höher liegen als im bayerischen Bergland, habe stark damit zu tun, dass im Münsterland eben viel mehr Kinder viel mehr Rad fahren. Wenn man aber Landkreise oder Städte mit ähnlichen Strukturen nebeneinanderstelle, müssten Unfallzahlenausreißer Verkehrspolitiker, Polizei und Eltern nachdenklich machen.

Unfälle von Kindern mit dem Rad, als Fußgänger oder Beifahrer im Pkw - zu allen drei Kategorien liegen bundesweite Zahlen vor. Im Komplettvergleich liegt unter 412 Städten und Landkreisen die Stadt Neumünster/Schleswig-Holstein mit 5,67 verletzten oder getöteten Kindern pro 1000 bis zu 14-Jährigen am traurigen Ende (Platz 412), der Kreis Südwestpfalz/Rheinland-Pfalz rangiert an der Spitze bei 1,5 (Platz 1).

Werte aus unserer Region:

Landkreis Kassel: 1,67/ 5
Schwalm-Eder-Kreis: 1,96/41
Werra-Meißner-Kreis: 2,02/53
Hersfeld-Rotenburg: 2,15/85
Osterode/Harz: 2,20/94
Waldeck-Frankenberg: 2,20/95
Landk. Holzminden: 2,30/121
Landkreis Northeim: 2,35/134
Landkreis Göttingen: 2,53/180
Landkreis Goslar: 3,0/309
Stadt Kassel: 3,15/324

Von Wolfgang Riek

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.