Statistischer Nebel - ein Kommentar zur Frühverrentung

Immer mehr Arbeitnehmer gehen vorzeitig in den Ruhestand. Weil es dann Abschläge gibt, fürchten Sozialverbände mehr Altersarmut. Politikchef Tibor Pesza warnt vor Panikmache.

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Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. So oder ähnlich soll es der berühmte Briten-Premier Winston Churchill gesagt haben. Ob das stimmt oder nicht – der grundsätzliche Zweifel an der Aussagekraft von Zahlenkolonnen ist nur zu berechtigt. So überrascht es nicht, dass sich mit Blick auf die steigende Zahl der Frührentner jede Seite bestätigt fühlt.

Tibor Pézsa

Sozialverbände warnen vor Altersarmut – obwohl Rentner in Deutschland insgesamt wohl nie so vermögend waren wie heute. Die Bundesregierung sieht denn auch alles in bester Ordnung, verschweigt aber gern die erbärmlich niedrigen Renten von Frauen, die Kinder groß gezogen haben und deswegen keine oder nur geringe Rentenansprüche haben.

Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte: Die einen gehen früher in Rente, weil sie es sich leisten können, nachdem Häuschen oder Wohnung abbezahlt sind oder Miete und Rente zueinander passen. Die weniger Glücklichen müssen sich auf die Grundsicherung im Alter verlassen. Der Wert der Rentenstatistik liegt, wenn überhaupt, in dieser Erinnerung: Wir werden länger arbeiten müssen. Unsere Rentenansprüche werden nicht steigen. Wer im Alter versorgt sein will, muss dafür arbeiten. Und manchmal reicht selbst das nicht für mehr als nur eine Grundversorgung.

Von Tibor Pesza

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