Fragen und Antworten

Dieselpreis auf Rekordkurs: Wie Autofahrer ihre Spritkosten senken können

Der Rekordkurs des Dieselpreises ruft die Politik auf den Plan: Sie gibt den Ölmultis die Schuld und will ihrer Preispolitik einen Riegel vorschieben. Wir präsentieren in Fragen und Antworten, was es mit den steigenden Dieselpreisen auf sich hat - und was Autofahrer noch tun können.

Wieso sind die Preise für Diesel so stark gestiegen?

Antwort: Nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV) zieht der Diesel-Import in China gerade massiv an, zudem seien die Bestände in den USA niedrig. Hinzu kommt, dass gerade die Heizsaison beginnt und Diesel/Heizöl daher stark gefragt ist.

Wenn das Bundeskartellamt keine Zweifel daran hat, dass fünf Spritkonzerne den Markt beherrschen: Warum verhängt es keine Bußgelder?

Antwort: Marktbeherrschung an sich ist nicht verboten. Ein Kartellrechtsverstoß, der mit Bußgeld belegt werden könnte, würde aus der Marktübermacht erst, wenn es Nachweise über Preisabsprachen der Konzerne gäbe. Anders gesagt: Man müsste fünf Benzinchefs irgendwo beim Tausch eindeutiger Listen erwischen. Oder einer aus dem Spritkartell steigt aus und geht als Kronzeuge zum Kartellamt - wie etwa bei der Aufdeckung des Feuerwehrauto-Kartells.

Und wenn jetzt alles über hohe Spritpreise schimpft?

Antwort: Dann ist das Kartellamt dafür die falsche Adresse: Eine allgemeine Preisfestsetzung durch eine Behörde gibt es in Deutschland nicht. Unternehmen dürfen frei entscheiden, wie teuer sie ihre Waren verkaufen.

Mit kleineren Autos weniger und spritsparender fahren - wie kann jeder seine Spritrechnung noch senken?

Antwort: Tankstellenpreise vergleichen. Statt freitags (wenn Sprit im Schnitt am teuersten ist) schon montags tanken - vor allem vor Ferienbeginn, wenn Preissprünge besonders groß ausfallen. Liebgewordene Bequemlichkeiten kippen, etwa den Motor warmlaufen lassen - das war vor 50 Jahren modern. Heute ist es verboten, nutzt nichts und kostet richtig Sprit. Vier Minuten bei minus 10 Grad verbraucht laut ADAC ein Trinkglas voll Benzin.

Kann die Politik dem Spritkartell nicht in die Parade fahren?

Antwort: Schlaue Ratschläge gibt es viele - trotzdem kennen die Spritpreise seit Jahrzehnten nur eine Richtung: aufwärts.

Hintergrund: So bilden sich die Spritpreise

Jeder sieht es, und die Autofahrer spüren es - das Bundeskartellamt hat alles mit Zahlen und Kontrollen unterlegt:

- Fünf große Spritkonzerne, nämlich BP (Aral), ConocoPhilipps (Jet), ExxonMobil (Esso), Shell und Total, beherrschen den Tankstellenmarkt in Deutschland. 

- 65 % des Kraftstoffabsatzes kommen aus Zapfsäulen der großen Fünf. Man macht sich untereinander keine echte Konkurrenz, Wettbewerb von außen gibt es auch nicht.

- Über Markenpartnerverträge kann das Sprit-Quintett wohl sogar auf über 80 Prozent des Kraftstoffabsatzes und zwei Drittel aller Tankstellen Einfluss ausüben.

- Weil "freie" Tankstellen keine eigenen Raffinerien haben, müssen sie ihren Kraftstoff bei den großen Fünf, also bei den Wettbewerbern, einkaufen.

- Höhere Preise tauchen meist zuerst bei Aral auf - und Shell zieht nach. Oder die Rollen werden getauscht.

- Das System, sagt das Kartellamt, funktioniert ohne Worte. Erst der Nachweis von Absprachen würde es tatsächlich illegal machen. (wrk)

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