1. Startseite
  2. Politik

Stephan Weil (SPD): Vom Rechtsanwalt zum niedersächsischen Ministerpräsidenten

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Julia Schöneseiffen

Kommentare

Stephan Weil SPD-Politiker und Jurist, Niedersachsens Ministerpräsident tritt bei Landtagswahl 2022 an (Archivbild)
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) tritt bei der Landtagswahl 2022 für eine dritte Amtszeit an. © Swen Pförtner/dpa

Stephan Weil (SPD) kam dank seiner Mutter zur Politik. Niedersachsens Ministerpräsident tritt bei der Landtagswahl 2022 erneut an. Der Spitzenkandidat im Porträt.

Hannover – Stephan Weil (SPD) ist bereits seit 2013 der Ministerpräsident von Niedersachsen. Der Politiker und Jurist ist außerdem Landesvorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Neben den Landtagswahlen 2022 im Saarland, Schleswig-Holstein und NRW wählt auch Niedersachsen im Jahr 2022 einen neuen Landtag. Am 9. Oktober 2022 möchte Stephan Weil mit der SPD wie schon bei der Wahl fünf Jahre zuvor gewinnen und erneut Ministerpräsident von Niedersachsen werden.

Name:Stephan Weil
Geburtsdatum:15. Dezember 1958
Geburtsort:Hamburg
Ehepartnerin:Rosemarie Kerkow-Weil
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Amt:Ministerpräsident von Niedersachsen (seit 2013)
vorherige Ämter:Oberbürgermeister von Hannover (2006 bis 2013), Präsident des Bundesrates (2013 bis 2014)
Mandate:Mitglied des Aufsichtsrates der Volkswagen AG

Stephan Weil: Der Werdegang des niedersächsischen Ministerpräsidenten

Stephan Weil wurde am 15. Dezember 1958 in Hamburg, als Sohn eines Diplom-Ingenieurs und einer Volkswirtin geboren. Im Jahr 1965 zog die Familie nach Hannover, wo der SPD-Politiker noch heute lebt. 1977 absolvierte Weil sein Abitur am Kaiser-Wilhelm-Gymnasium Hannover. Zur Politik kam Stephan Weil dank seiner Mutter: „Dass ich mich politisch engagiere, ist auf den Einfluss meiner Mutter zurückzuführen. Sie war politisch sehr interessiert“, erklärte er gegenüber der Tageszeitung Neue Presse. So trat er im Alter von 21 Jahren der SPD bei.

Nach dem Ende seiner Schulzeit startete Stephan Weil sein Jura-Studium an der Georg-August-Universität in Göttingen, welches er 1886 erfolgreich abschloss. Anschließend war der Politiker als Rechtsanwalt, Staatsanwalt und Richter in Hannover tätig.

Die politische Laufbahn von Stephan Weil bei der SPD

Im Jahr 1980 trat Stephan Weil der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) bei und wurde 11 Jahre später zum Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks Hannover-Stadt. Anschließend bekleidete Weil das Amt des Ministerialrats im niedersächsischen Justizministerium. Von 1997 bis 2006 war Stephan Weil als Stadtkämmerer mit der Zuständigkeit für die Bereiche Finanzen (seit 1997), Recht (seit 1997), Ordnung (seit 1997), Gebäudewirtschaft (2001/2002), Feuerwehr (seit 2002) und städtische Unternehmen (seit 2003) tätig.

2006 wurde der Politiker und Jurist schließlich zum Oberbürgermeister von Hannover gewählt. Das Amt bekleidete er sieben Jahre lang, bis er 2013 zum niedersächsischen Ministerpräsidenten ernannt wurde. Der Landvorsitzende der SPD in Niedersachsen (seit 2012) gewann mit seiner Partei auch die Landtagswahl 2017. Bei der Niedersachsen-Wahl im Oktober 2022 könnte Stephan Weil daher zum dritten Mal Ministerpräsident von Niedersachsen werden.

1980:Beitritt in die SPD
1991 bis 1997:Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Hannover-Stadt
1994 bis 1997:Ministerialrat im niedersächsischen Justizministerium
1997 bis 2006:Stadtkämmerer der Landeshauptstadt Hannover
2006 bis 2013:Oberbürgermeister von Hannover
seit 2012:Landesvorsitzender der SPD in Niedersachsen
seit 2013:Ministerpräsident von Niedersachsen

Stephan Weil: Abgas-Skandal bei VW

Das Bundesland Niedersachsen ist mit 20 Prozent der Stimmrechte zweitgrößter Anteilseigner bei Volkswagen. Ministerpräsident Stephan Weil ist Mitglied im Aufsichtsrat von VW. Im Jahr 2015 geriet die Aktiengesellschaft VW in die Kritik: Der Automobilhersteller hatte die Abgaswerte einiger Fahrzeuge manipuliert.

Der VW-Diesel-Skandal

Der Dieselskandal bezeichnet das unrechtmäßige Vorgehen einiger Autohersteller, die Abgaswerte ihrer Fahrzeuge zu manipulieren.

Am 18. September 2015 teilte die US-amerikanische Umweltschutzbehörde EPA mit, dass Volkswagen in den Jahren 2009 bis 2015 bei den behördlichen Abgasmessungen bewusst betrogen habe. VW hatte eine sogenannte Abschalteinrichtung in seine Autos einbauen lassen. Hierbei handelt es sich um eine Software, welche das Abgas-Kontrollsystem steuert. Zwei Tage nach Bekanntwerden der Vorwürfe hat der ehemalige VW-Vorstand Martin Winterkorn die Manipulationen zugegeben.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gab daraufhin im Oktober 2015 eine Regierungserklärung zu dem Diesel-Skandal ab und geriet selbst in die Kritik. Denn laut einem Zeitungsbericht von Volkswagen-Mitarbeitern soll der Politiker die Erklärung umschreiben haben lassen. Nach Informationen der Bild bekam der Autokonzern die Rede vorab zugeschickt. Redenschreiber des Vorstandes sollen daraufhin „problematische Passagen“ gestrichen und durch positivere Formulierungen ersetzt haben.

In einem Interview mit RND erklärte Stephan Weil damals, dass es sich dabei lediglich um eine „Prüfung auf rechtliche Belange und Richtigkeit der genannten Fakten“ gehandelt habe. Ein anonymer Volkswagen-Mitarbeiter widersprach dieser Aussage laut der Bild: „Das war kein Faktencheck, wir haben die Rede umgeschrieben und weichgespült.“ Für den SPD-Politiker blieb es bei diesem einen kleinen Skandal.

Landtagswahl Niedersachsen 2022: Stephan Weil tritt erneut an

Mit der niedersächsischen Landtagswahl am 9. Oktober 2022 tritt Stephan Weil bereits zum dritten Mal als Kandidat für das Ministerpräsidenten-Amt an. Bereits seit 2013 lenkt der SPD-Politiker die Geschicke des Bundeslandes Niedersachsen. Bei der Wahl 2017 konnte Stephan Weil sich erneut durchsetzen und erzielte mit seiner Partei (SPD) 36,9 Prozent. Zwar kam es aufgrund der Verluste der Grünen zu einem Koalitionswechsel (von rot-grün zu einer Großen Koalition), doch Stefan Weil blieb Ministerpräsident.

Dies soll fünf Jahre später wieder gelingen. Einer Umfrage (Stand: 31. März) zufolge liegt die SPD von Ministerpräsident Stephan Weil klar vorn. Nach Angaben des Forsa-Instituts kämen die Sozialdemokraten auf 34 Prozent, die CDU um Vizeregierungschef Bernd Althusmann auf 25 Prozent. Die Grünen würden mit 17 Prozent auf Rang drei folgen. Damit stehen die Chancen gut, dass es Stephan Weil seiner SPD-Kollegin Anke Rehlinger gleich tut. Diese konnte bei der Saarland-Wahl 2022 einen haushohen Sieg verzeichnen.

Stephan Weil: Niedersachsens Ministerpräsident privat – Ehefrau und Kind

Stephan Weil lebt in Hannover-Kirchrode. Seit 1987 ist er mit der Pflege- und Erziehungs-Wissenschaftlerin Rosemarie Kerkow-Weil verheiratet. Gemeinsam haben sie einen Sohn namens Nils.

Stephan Weil (SPD) Niedersachsens Ministerpräsident und seine Ehefrau Annemarie Kerkow-Weil (Archivbild)
Stephan Weil und seine Frau Annemarie Kerkow-Weil: Die beiden sind seit 1987 verheiratet. © Julian Stratenschulte/dpa

Als Kind wollte Weil Profi-Fußballer werden, wie er der Neuen Presse verriet. Noch heute ist der SPD-Politiker fußballbegeistert und großer Fan des Vereins Hannover 96. Stephan Weil ist aber auch selbst sportlich, regelmäßig geht er joggen und läuft laut stern.de besonders gern um den hannoverschen Maschsee. (jsch)

Auch interessant

Kommentare