Stichwahl in Rumänien zwischen Basescu und Geoana

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Wahlplakate in Bukarest (Rumänien): Am 6. Dezember stellen sich die beiden Bestplatzierten, Amtsinhaber Traian Basescu (links) und sein sozialistischer Rivale Mircea Geoana, einer Stichwahl für das Präsidentenamt.

Bukarest - Nach einer Präsidentenwahl ohne klaren Sieger müssen die Rumänen in zwei Wochen noch einmal an die Urnen.

Am 6. Dezember stellen sich die beiden Bestplatzierten, Amtsinhaber Traian Basescu und sein sozialistischer Rivale Mircea Geoana, einer Stichwahl. Der bürgerliche Basescu erreichte bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag 32,84 Prozent der Stimmen, während Geoana auf 29,82 Prozent kam, teilte das Zentrale Wahlbüro in Bukarest am Montag nach Auszählung der Stimmzettel in drei Viertel der Wahllokale mit. Die Stichwahl ist notwendig, weil kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichte.

Als spannendste Frage gilt, für wen sich die Wähler des in der ersten Runde drittplatzierten liberalen Kandidaten Crin Antonescu bei der Stichwahl entscheiden. Antonescu kam nach den ersten Auszählungen auf 20,35 Prozent. Geoana hofft, dass zusammen mit dem Wählerpotenzial Antonescus eine Front gegen Basescu zu Stande kommt. Basescu wiederum will, dass sich die liberalen Wähler dem von ihm geführten rechten Lager anschließen.

Am Sonntag hatten die Rumänen parallel in einem Referendum auf Initiative von Basescu dafür gestimmt, dass das Parlament verkleinert wird. 77 Prozent stimmten laut Teilauszählung dafür, dass der Senat - die obere Parlamentskammer - abgeschafft wird und 88,87 Prozent waren dafür, dass die Zahl der Volksvertreter von derzeit 471 auf 300 reduziert wird. Basescu rief das Parlament auf, baldmöglichst die Schritte zur entsprechenden Verfassungsänderung einzuleiten.

Das Referendum bleibt umstritten. Bürgerrechtsorganisationen hatten erfolglos versucht, die Volksbefragung zu verhindern. Sie warfen Basescu vor, dass er durch die Referendumsinitiative bei der Präsidentenwahl unrechtmäßige Vorteile habe. Der Rechtsstreit dazu könnte in höheren Gerichtsinstanzen weitergehen.

dpa

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