Gewerkschaft fordert bessere Absicherung vor  bei Gesundheitsproblemen

Streiken bald die Lokführer?

Könnten ab dem 15. Januar streiken: die Lokführer. Karikatur: Archiv

Berlin. Die Lokführergewerkschaft (GDL) droht mit Streik ab dem 15. Januar. Dass es so kommt, ist aber noch längst nicht ausgemacht. Dennoch kommt die Ankündigung überraschend: Dass es einen Tarifkonflikt gibt, war in der Öffentlichkeit bislang kaum bekannt.

Dabei sind die Sorgen der Lokführer groß: Sie haben Angst, dass sie bundesweit versetzt werden können. Laut GDL sind etwa 12 000 Lokführer bei den Regiogesellschaften der Deutschen Bahn beschäftigt, deren Leistungen wiederkehrend ausgeschrieben werden – und daher auch von Konkurrenzunternehmen übernommen werden könnten. Vor allem Kollegen in strukturschwachen Gegenden haben Sorgen, bei einer Versetzung umziehen zu müssen und von ihrer Familie getrennt zu werden.

Zudem fordert die GDL eine Lizenzverlust-Versicherung: Sie soll dann einspringen, wenn ein Lokführer aus Gesundheitsgründen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, und dann ein geringeres Einkommen nach einem unvermeidlichen Arbeitsplatzwechsel ausgleichen.

Die Deutsche Bahn sieht das anders: Der bundeseigene Konzern hat nach eigenen Angaben der GDL-Spitze „ein extrem attraktives Angebot gemacht“: einen Schutz für alle Beschäftigten, die aufgrund von Gesundheitsproblemen ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Die GDL schlage „aus fadenscheinigen Gründen eine bestmögliche Beschäftigungssicherung für Lokführer aus und nimmt ohne Not Nachteile für Lokführer in Kauf“, sagte eine Bahnsprecherin am Donnerstag.

Da die Tarifverhandlungen Ende November nach zweieinhalb Jahren für gescheitert erklärt worden waren, ist ein Streik wahrscheinlich, sofern die GDL-Führung dazu aufruft. Denn für die Lokführer ist das Thema existenziell. Der plötzliche Lizenzverlust aus allgemein gesundheitlichen oder psychischen Gründen etwa nach dem Überfahren eines Selbstmörders kann jeden Lokführer treffen. Auch wenn sie in der Regel danach an anderen Stellen im DB-Konzern eingesetzt werden, ist der Schutz vor Gehaltseinbußen eine populäre Forderung. (dpa/cow)

 

Mehr zu einem möglichen Streik der Lokführer lesen Sie morgen in der geruckten Ausgabe der HNA.

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