Streit ums Bürgertum: Kauder greift Grüne an

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Unionsfraktions-Chef Volker Kauder

Berlin - Der Kampf ums bürgerliche Lager heizt sich langsam auf. Unionsfraktions-Chef Kauder wirft den Grünen vor, kaum bürgerliche Werte zu vertreten.

Unionsfraktions-Chef Volker Kauder hat den Grünen abgesprochen, bürgerliche Werte zu vertreten. „Die Grünen sind eine Partei der Vorschriften, der Entmündigung und der zwangsweisen Umverteilung“, sagte Kauder vor dem am CDU-Bundesparteitags der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag). Das sei keine Antwort auf Deutschlands Herausforderungen. Zum Wesen des Bürgerlichen gehörten Freiheit und Selbstverantwortung, sagte Kauder. Mit Blick auf den Anspruch der Grünen, auch eine bürgerliche Mitte zu repräsentieren, sagte Kauder: „Was einem von den Grünen entgegenströmt, ist oft nur neuer kleinbürgerlicher Mief.“

Kauder machte die Grünen für die Distanz zur Union verantwortlich. Die Grünen hätten erklärt, sie wollten um CDU-Wähler werben, aber nicht um die CDU. „Da kann ich nur sagen: Bitte schön, dann weiter auf rot-grünem Linkskurs“, sagte Kauder. „Eine stolze Volkspartei wie die CDU läuft den Grünen nicht hinterher.“ Seine Partei wolle weiter mit der FDP regieren.

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Kauders Äußerungen lösten Unmut bei Grünen-Politikern aus. Der Parlamentarische Geschäftsführer Volker Beck sagte, die CDU-Spitze verbreite einen „Mief der 50er Jahre“. „Die CDU präsentiert sich als Angebot für gesellschaftspolitische Nostalgiker“, schrieb Beck. Statt Betreuungsgeld, der Absage an eine verbindliche Frauenquote und einer Diskriminierung der Homo-Ehe erwarte man in der gesellschaftlichen Mitte Gleichberechtigung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Zudem warf Beck der Unionsführung vor, mit ihren Ansichten gegen die Rechtsprechung des Verfassungsgerichts zu verstoßen. Die Äußerungen von Angela Merkel, Horst Seehofer und Volker Kauder zum Thema Homo-Ehe stünden im Widerspruch zu vier Urteilen des Gerichts und machten Schwule und Lesben zu Bürgern zweiter Klasse.

Der Bundestagsabgeordnete Kai Gehring schrieb als Reaktion auf Kauders Vorwürfe im Kurznachrichtendienst Twitter, die Union werde nervös, weil sich das moderne Bürgertum von ihr abwende.

dpa

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