Puten-Skandal: Anhörung der Agrarministerin (CDU) im Agrarausschuss des Landtags

Streit um Grotelüschen hält an

Hannover. Der politische Schlagabtausch um die Verwicklung von Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen (CDU) in mögliche Tierschutzverstöße hält auch nach einer nicht-öffentlichen Anhörung gestern im Agrarausschuss an. Die CDU im Landtag sieht die Vorwürfe gegen Grotelüschen entkräftet. Die Opposition hingegen erneuerte ihre Kritik.

In einem TV-Bericht war behauptet worden, die familieneigene Mastkükenbrüterei der Ministerin stehe in enger Geschäftsbeziehung zu zwei Putenmästern in Mecklenburg-Vorpommern, die Tiere gequält haben sollen. Der von Grotelüschens Ehemann geführte Betrieb in Ahlhorn kündigte für Dienstag eine erneute Stellungnahme an.

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen, Christian Meyer, sagte, die Hinweise verdichteten sich, dass die Ministerin ihren Mann vorzeitig über die Vorwürfe informiert habe. „Das wäre ein schwerer Verstoß gegen die Regeln.“ Grotelüschen dürfe keine Informationen aus dem Ministerium herausgeben, um Betroffene vorzuwarnen.

„Es bleiben zahlreiche Widersprüche“, erklärte Andrea Schröder-Ehlers (SPD). Bis zur Klärung der Affäre sollte die Ministerin ihr Amt ruhen lassen. Die Linksfraktion forderte ihren Rücktritt.

Die Ministerin selber wies vor der Ausschusssitzung erneut eine Verwicklung in den Geschäftsbetrieb der Brüterei zurück. „Das ist der Betrieb meines Mannes und ich habe keine Verbindungen mehr dazu.“ Dies gelte auch für den Vorwurf, sie sei an der Versendung von Faxen an die ostdeutschen Putenmäster beteiligt gewesen. Damit sollen den Betrieben vorgefertigte eidesstattliche Erklärungen übermittelt worden sein, in denen diese mögliche Missstände bestreiten. Die Faxe seien aus dem Büro des Familienbetrieb versendet worden, sagte die Ministerin. (lni)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.