Kommentar zum Streit um die Homo-Ehe: Union vor dem Fall

Stefan Vetter über die Ehe für Schwule und Lesben

Wenn es in Deutschland eine Bastion im Kampf gegen die Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Paaren gibt, dann ist es die Union. Doch die Argumente aus ihren Reihen werden zunehmend dürftiger, zumal sich eine lautstarke Minderheit in den C-Parteien für eine Gleichstellung einsetzt. Ein Kommentar von unserem Berliner Korrespondenten Stefan Vetter.

Einen entscheidenden Beitrag hat die rot-grüne Bundesregierung geleistet, als sie 2001 ein Gesetz zur „Beendigung der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Gemeinschaften“ auf den Weg brachte. Allerdings sollte die Gleichstellung von homosexuellen Paaren mehr sein als das Ende ihrer Diskriminierung. Auch hier ist das Land vorangekommen, dabei allerdings saß die Union ebenfalls im Bremserhäuschen.

So ist es dem Bundesverfassungsgericht zu verdanken, dass sich die gleichgeschlechtliche Verantwortung füreinander auch im Gesetzblatt dokumentiert. Was fehlt, ist das volle Adoptionsrecht und die bürgerliche Ehe zwischen zwei Frauen oder zwei Männern. Eine große Mehrheit der Bevölkerung denkt so. Es gibt auch kein Argument dagegen. Und so dürfte es bei der Union wohl eine Frage der Zeit sein, bis die Bastion vollständig fällt. Im Zweifel könnte einmal mehr das Bundesverfassungsgericht dafür sorgen. Und das ist gut so.

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