Streusalz: Kommunen sind auf ihren Vorräten sitzengeblieben

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Volles Haus: So wie der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover – unser Archivbild zeigt eine Lagerhalle – sind dank des milden Winters 2011/12 viele Kommunen auf ihren Streusalzvorräten sitzengeblieben.

Göttingen/Hannover. Die Temperaturen steigen, der Winter ist vorbei – und die Städte und Gemeinden in Niedersachsen haben diesmal falsch kalkuliert: Sie sind auf einem Großteil ihrer Streusalzvorräte sitzen geblieben.

Während im vorangegangenen Winter einige Streumittellager bereits vor Weihnachten leer waren, wurde in diesem Winter deutlich weniger verbraucht. Durch die milden Temperaturen sparten die Städte viel Geld. Denn das überschüssige Salz kann für die nächsten Winter eingelagert werden.

In Göttingen wurden in diesem Winter rund 300 Tonnen Streumittel eingesetzt. Das waren nur knapp zwölf Prozent des Vorjahresverbrauchs. Dadurch konnten 180.000 Euro weniger ausgegeben werden, berichtet Annette Schlimme von den Göttinger Entsorgungsbetrieben. Bei den Personalkosten konnte nicht gespart werden: In Zeiten, in denen kein Winterdienst erforderlich war, wurden die Mitarbeiter in der Straßenreinigung eingesetzt.

In Hannover, Braunschweig und Osnabrück wurden ähnliche Bilanzen gezogen.

Nach Angaben der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr beliefen sich die Gesamtkosten des Winterdienstes auf Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen im strengen Winter 2010/11 auf rund 62 Millionen Euro. In einem Durchschnittswinter werden zwischen 20 und 25 Millionen Euro ausgegeben – in diesem Rahmen dürften sich nach Angaben der Landesbehörde auch die Kosten für den milden Winter 2011/12 bewegen. Genaue Zahlen gibt es aber noch nicht.

Da der städtische Winterdienst der Kommunen über Gebühren finanziert wird, können Einsparungen nicht für andere Ausgaben verwendet werden, erläutert Annette Schlimme in Göttingen. Die Gebühren sind so kalkuliert, so dass sich teure und günstige Winter ausgleichen.

In Hannover konnten die Mehrausgaben für die kalten Winter 2009/2010 und 2010/2011 durch den geringeren Einsatz in dieser Saison nicht einmal ausgeglichen werden, erklärte Janine Drolinvaux von der Abfallwirtschaft Region Hannover. (lni)

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