Neu-Abschluss lohnt sich mehr denn je

Strom: Wer sparen will, muss Anbieter wechseln

Kassel. Viele Verbraucher können sich auf eine niedrigere Stromrechnung freuen. Nach Berechnungen des Verbraucherportals Verivox haben bisher 267 von rund 800 Grundversorgern Preissenkungen zum Jahreswechsel angekündigt.

Ein Vierpersonenhaushalt spart so durchschnittlich 28 Euro im Jahr. Wer den Anbieter wechselt, kann noch mehr herausholen.

Den Stromversorger wechseln: Wie geht das?  

Verbraucher müssen nur die Vertragsunterlagen des neuen Anbieters ausfüllen und zurückschicken. Das kann auch online oder per Email geschehen. Der Lieferant muss sofort den Vertragsabschluss und den Lieferbeginn bestätigen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät, sich den Zählerstand am Wechseltag zu notieren und ihn dem örtlichen Netzbetreiber mitzuteilen. „Technisch ändert sich bei einem Wechsel überhaupt nichts“, sagt Verivox-Sprecher Florian Krüger. Auch der Stromzähler wird nicht ausgetauscht.

Wie lang sind die Kündigungsfristen? 

Aus einem Grundversorgungsvertrag kommt man jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen heraus. Wer Sondertarifkunde ist, muss sich an die Laufzeiten und Kündigungsfristen im Vertrag halten. Bei einer Preiserhöhung hat er aber ein außerordentliches Kündigungsrecht.

Ist es besser, den Vertrag selbst zu kündigen oder sollte man das dem neuen Versorger überlassen? 

Normalerweise übernimmt der neue Lieferant die Kündigung. Er braucht aber vier bis sechs Wochen für die ganze Prozedur. Wer einen Vertrag mit langer Laufzeit oder nur noch eine sehr kurze Kündigungsfrist hat, sollte selbst kündigen, rät Verivox. Das muss schriftlich geschehen.

Was passiert, wenn beim Wechsel etwas schief geht? 

Niemand sitzt ohne Strom da. Notfalls springt der örtliche Grundversorger ein, meist die Stadtwerke. Wenn der neue Anbieter zwei Wochen nach Vertragsabschluss noch keinen Liefertermin genannt hat, „sind sie nicht mehr an ihr Angebot gebunden und es kommt kein Vertrag zustande“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Hält der Lieferant den Termin nicht ein, kann man theoretisch Schadenersatz verlangen, wenn der Versorger an der Verspätung Schuld ist.

Was geschieht, wenn der Versorger Pleite macht? 

Auch dann springt erstmal der örtliche Versorger ein, wenn auch vermutlich zu einem teureren Tarif. Wer Vorauskasse geleistet hat, sieht sein Geld meist nicht wieder.

Worauf sollte man beim neuen Vertrag achten? 

Die Laufzeit sollte nicht länger als ein Jahr sein, die Kündigungfrist höchstens sechs Wochen. Lockt ein Anbieter mit einem Bonus, muss man prüfen, wie lange er gilt. Von Tarifen mit Vorauskasse raten Experten ab.

Hintergrund: So viel kann der Wechsel bringen 

Eine Familie mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden (kWh) kann durchschnittlich 365 Euro im Jahr sparen, hat das Strompreisportal Verivox ausgerechnet. Dabei wurden der Grundversorgungstarif und das günstigste Angebot ohne Vorauskasse verglichen. So gerechnet lassen sich in Hessen 359 Euro, in Niedersachsen 316 Euro sparen.

Bei der Anbietersuche helfen Strompreisportale. Doch auch hier ist genaues Hinsehen angebracht. So bemängelte Stiftung Warentest, dass die auf den vorderen Plätzen der Ergebnislisten oft billige, aber verbraucherunfreundliche Angebote mit Vorkasse oder langen Vertragslaufzeiten landen.

Von Barbara Will

Stromtarifrechner gibt es hier:

www.verivox.de

www.hauspilot.de

www.check24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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