Ökostrom-Umlage wächst im kommenden Jahr

Stromkosten steigen weiter an - Wichtige Fragen und Antworten

Berlin. Die vier Betreiber der großen Stromtrassen haben jetzt als Verantwortliche für das Ökostrom-Konto die neue Erneuerbare-Energien-Umlage mitgeteilt. Die Umlage steigt 2014 von 5,277 auf 6,24 Cent je Kilowattstunde (kWh).

Was ist die Ökostrom- oder EEG-Umlage?

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bekommen Betreiber von Windparks, Solar- und Biogasanlagen auf 20 Jahre garantiert feste Vergütungen. Die Fördersätze sind je nach Anschlussdatum unterschiedlich hoch. Wer seine Anlage 2010 anschloss, bekommt 39,14 Cent die Kilowattstunde. Derzeit sind es nur noch 14,27 Cent. Von dieser Summe wird der an der Strombörse im Verkauf erzielte Preis - in diesen Tagen sind das zwischen drei und fünf Cent je kWh - abgezogen. Die verbleibende Summe wird per EEG-Umlage auf die Verbraucher abgewälzt.

Womit müssen Haushalte nun beim Strompreis rechnen?

Viele Versorger dürften an der Preisschraube drehen, weil auch die Stromdurchleitungskosten (Netzentgelte) vielerorts zulegen. Bei 3500 kWh Jahresverbrauch muss laut Verivox mit über 60 Euro mehr gerechnet werden. Solche Haushalte müssten dann fast 1050 Euro im Jahr für ihren Strom zahlen, Großfamilien über 1700 Euro.

Warum ist die Umlage seit 2010 von 2,05 auf nun 6,3 Cent gestiegen?

Etwa die Hälfte der derzeit 20,3 Milliarden Euro an Umlagekosten pro Jahr macht die Solarförderung aus. Allein 2010 bis 2012 wurden rund 22 500 Megawatt Solarleistung installiert.

Was sind die Hauptgründe für den Rekordwert?

Rund die Hälfte des Umlageanstiegs geht auf den Einbruch der Börsenstrompreise zurück - dadurch steigen die Differenzkosten. Per Umlage wird die Differenz zwischen dem an der Strombörse erzielten Preis und der festen Vergütung für Anlagenbesitzer gezahlt. Ursprünglich war mit einem Preis von 51,15 Euro je Megawattstunde kalkuliert worden, oft lag er an der Börse aber unter 40 Euro. Das Paradoxe: Strom wird im Einkauf immer billiger, für den Endkunden wegen höherer Differenzkosten aber teurer.

Warum verdient der Staat sogar an der Entwicklung?

Es gehört zu den Besonderheiten des Fördersystems, dass der Staat durch die EEG-Umlage und steigende Strompreise Mehrwertsteuermehreinnahmen hat, wobei dadurch die Bürger in der Regel an anderer Stelle sparen. Für 2013 wird ein Stromverbrauch in privaten Haushalten von insgesamt 139 Terawattstunden erwartet. Da der Staat in diesem Jahr durch die Umlage ziemlich genau einen Cent je Kilowattstunde zusätzlich an Mehrwertsteuer einnimmt, summiert sich die Summe auf knapp 1,4 Milliarden Euro, das ist fast ein Prozent des Gesamtaufkommens von 142,4 Mrd. Euro.

Geht das jetzt immer weiter so?

Eher nicht, denn die Börsenstrompreise dürften nicht mehr viel weiter sinken. Schwieriger wird es, wenn immer mehr Bürger und Firmen selbst Strom erzeugen und sich so als Umlagezahler verabschieden. (dpa)

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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