Studie: Fast jedes sechste hessische Kleinkind lebt in Armut

Frankfurt/Main. Das Armutsrisiko für hessische Kleinkinder ist nach einer Studie weiter gesunken. Allerdings wächst dennoch etwa jedes sechste Kind unter drei Jahren in Armut auf.

Im vergangenen Jahr lebten nach einer Auswertung der Bertelsmann Stiftung 25 700 Kleinkinder in Familien, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen waren. Diese Zahl sei binnen Jahresfrist um 2600 zurückgegangen.

Die Armutsquote in der Altersgruppe der unter Dreijährigen habe sich damit in Hessen von 18,3 auf 16,6 Prozent verringert.

Große Herausforderungen sieht die am Sonntag veröffentlichte Studie für Großstädte, darunter auch Frankfurt und Wiesbaden. Als arm gilt demnach, wer in Familien aufwächst, die staatliche Leistungen der Grundsicherung wie Hartz IV bekommen. Bundesweit schnitten nur drei Bundesländern besser ab als Hessen.

Für ganz Deutschland hat die Bertelsmann Stiftung eine durchschnittliche Armutsquote von 18,2 Prozent für Kleinkinder im Jahr 2011 errechnet, das sind 1,6 Punkte weniger als ein Jahr zuvor.

„Der Trend geht unter anderem zurück, weil es mehr Frauen gibt, die Kleinkinder haben und trotzdem arbeiten“, sagte Anette Stein von der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh.

Ein erhöhtes Armutsrisiko haben vor allem Kleinkinder in größeren Städten. In Wiesbaden lebten im vergangenen Jahr laut Bertelsmann-Definition 25,3 Prozent ihrer Altersgruppe in Armut, in Frankfurt 22,8 Prozent. Trauriger Spitzenreiter war in Deutschland Gelsenkirchen mit einer Quote von 40,5 Prozent.

dpa/lhe

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