Studie: Trotz Kita-Rechtsanspruchs fehlen 2000 Erzieher

Gütersloh/Frankfurt. In Hessens Kitas werden einer Studie zufolge im kommenden Jahr 2000 Erzieherinnen fehlen. Zwar sei deren Zahl zuletzt um gut 25 Prozent gestiegen.

Das berichtete die Bertelsmann Stiftung am Donnerstag in ihrem "Ländermonitor frühkindliche Bildungssysteme". Doch der Bedarf steige weiter - vor allem wegen des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz für unter Dreijährige, der zum 1. August 2013 kommt. In hessischen Kitas arbeiteten mit Stand 1. März 2011 etwa 37 600 Erzieherinnen, fünf Jahre zuvor waren es noch 30.000 gewesen.

Auch die große Nachfrage von Ganztagsbetreuung verschärfe den Fachkräftemangel, berichtete die Stiftung weiter. Mittlerweile werden in Hessen demnach 43 Prozent der über Dreijährigen den ganzen Tag in einer Kita betreut, Tendenz weiter steigend. Der Wert sei Spitze in Westdeutschland, wo der Durchschnitt bei 30 Prozent liege. Der Osten sei bei der Ganztagsbetreuung aber voraus: Hier sind es 73 Prozent.

Die Macher der Studie fanden zudem heraus, dass bundesweit deutlich mehr Kita-Beschäftigte in Teilzeit arbeiten als in anderen Branchen. In Hessen sind es gut 63 Prozent. Jörg Dräger vom Vorstand der Bertelsmann Stiftung bewertete das kritisch: "Kinder brauchen in ihrer Kita eine feste Bezugsperson. Das ist eine zentrale Frage der Qualität außerfamiliärer Kinderbetreuung." Wenn mehr Teilzeitkräfte ihre Stundenzahl erhöhen würden, könnte das zudem den Fachkräftemangel lindern. "Politik und Träger sollten deshalb mehr Anreize für Vollzeitbeschäftigung schaffen."

Grundlage der Studie sind Daten der Statistischen Ämter von Bund und Ländern aus der Kinder- und Jugendhilfestatistik. Die Berechnungen erstellte ein Forschungsverbund der Technischen Uni Dortmund und des Deutschen Jugendinstituts. (dpa)

Rubriklistenbild: © dpa

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