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Studie zeigt: Viele Niedersachsen sind anfällig für Verschwörungstheorien

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Von: Jan Trieselmann

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Drei Menschen in KZ-Häftlinge imitierender Kleidung stehen auf einem Platz und halten Schilder hoch.
Verschwörungs-Theorien sind vor allem ein deutschlandweites Gesprächsthema seit dem Aufkommen von Corona-Leugnern. Eine neue Studie der Universität Göttingen sagt den Menschen in Niedersachsen eine Neigung zum Glauben an Verschwörungs-Erzählungen nach. Unser Symbolfoto zeigt Demonstrierende in Köln (Nordrhein-Westfalen). © David Young/dpa

Viele Menschen in Niedersachsen neigen dazu, Verschwörungen zu glauben – laut einer Studie der Uni Göttingen. Bestimmte Gruppen sind aber widerstandsfähig.

Göttingen – Ein großer Teil der Menschen in Niedersachsen ist anfällig für Verschwörungstheorien. Das zeigt der „Niedersächsische Demokratiemonitor 2021“, den verschiedene Institute der Universität Göttingen seit 2019 im Wechsel erheben. Er gibt darüber hinaus Einblicke in die Zufriedenheit mit der Politik und zieht auch die Corona-Pandemie mit in Betracht.

Laut Institut für Demokratieforschung Göttingen ist die Anzahl der Menschen in Niedersachsen, die eine Neigung zum Verschwörungsglauben haben, konstant hoch geblieben. Auch falle auf, dass bestimmte Gruppierungen besonders wenig empfänglich dafür sind. Unter anderem wegen Verschwörungstheorien warnte auch bereits Niedersachsens Justizministerin vor einer Radikalisierung während der Corona-Krise.

Studie der Uni Göttingen: Niedersachsen sind anfällig für Verschwörungstheorien

Das Ergebnis des „Niedersächsischen Demokratiemonitor 2021“ in Zahlen: Knapp 27 Prozent der Befragten sind anfällig für Verschwörungserzählungen. Dem stehen ungefähr 70 Prozent ablehnend gegenüber. Laut Universität Göttingen sind vor allem jüngere und formal höher Gebildete Personen widerstandsfähig gegen Verschwörungstheorien.

Auch ein Blick auf die Zufriedenheit mit der Demokratie lohnt sich: Sowohl der Anteil an zufriedenen als auch unzufriedenen Menschen ist in dieser Hinsicht im Vergleich zu 2019 gestiegen: Zufrieden sind nun knapp 50 Prozent (+5), unzufrieden 19 Prozent (+4). Bei Letzteren sind zudem Tendenzen erkennbar, welche Gruppierungen davon betroffen sind: Demokratie-Unzufriedene gibt es vor allem bei den 40- bis 60-Jährigen sowie Menschen, die bei der nächsten Landtagswahl AfD, eine Kleinstpartei oder FDP wählen möchten.

Uni Göttingen: Großteil der Niedersachsen vertrauen Landespolitik deutlich

Deutlich größer als die Zufriedenheit mit der Demokratie ist das Vertrauen in die Landespolitik in Niedersachsen: 82 Prozent der Befragten vertrauen ihr. Im Vergleich dazu schneidet die seit 2021 amtierende Bundesregierung mit 55 Prozent laut Studie der Universität Göttingen deutlich weniger gut ab.

Dieselbe Tendenz findet sich auch in Betracht zur Corona-Politik. Hier schneidet die des Landes Niedersachsen mit 55 Prozent positiver Bewertung neun Prozent und damit ebenfalls merklich besser ab als die der Bundesregierung (46 Prozent). Den Parteien CDU, SPD und den Grünen vertrauen laut Uni-Studie jeweils ungefähr 52 Prozent der befragten Menschen in Niedersachsen – deutlich mehr als FDP (35 Prozent), Linke (26 Prozent) und AfD (vier Prozent).

Studie der Uni Göttingen: Niedersachsen haben klare Meinung zu Corona-Impfung

Corona stellt dabei ohnehin eine große Sorge der Niedersachsen dar – allerdings auf unerwartete Weise. Denn 71 Prozent der Befragten machen sich vor allem Gedanken um den Zusammenhalt der Bevölkerung wegen der Pandemie. Das ist ein höherer Prozent-Anteil als der, der sich um die gesundheitlichen Folgen von Corona sorgt.

Die Corona-Impfung befürwortet mit 86 Prozent der Befragten dafür aber die klare Mehrheit der Niedersachsen – nur fünf Prozent stehen ihr skeptisch gegenüber. In Niedersachsen ist die Impfquote trotzdem noch knapp zehn Prozent geringer als der Anteil an Impf-Befürwortern. Die sorgen sich darüber hinaus mehr darum, dass sich Angehörige infizieren könnten (69 Prozent) als sie selbst (40 Prozent).

Der „Niedersächsische Demokratiemonitor 2021“ erfolgte in Form einer Telefonbefragung im Zeitraum zwischen dem 30. April 2021 und 13. Juni 2021. Befragt wurden 1001 Menschen aus der deutschsprachigen niedersächsischen Bevölkerung ab 16 Jahren. (Jan Trieselmann mit epd)

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