Wanderte das Betrugsgeld in die rechte Szene?

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Floß das Geld aus dem Versicherungsbetrug in die rechte Szene?

Rudolstadt - Auf mehr als 600 000 Euro summiert sich der Schaden eines mutmaßlichen Versicherungsbetrugs dreier Firmen aus dem Umfeld der rechten Szene. Nun wird geprüft, wohin das Geld geflossen ist.

Nach der Razzia wegen des Verdachts auf großangelegten Versicherungsbetrug in Thüringen und Sachsen prüfen Ermittler nun, in welche Kanäle das erschlichene Geld versickert ist. Dabei haben sie auch zwei einst führende Thüringer Neonazis im Visier. Von den Versicherungen seien 2009 und 2010 mehr als 600 000 Euro auf Firmenkonten gezahlt worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera, Jens Wörmann, am Donnerstag. Der Großteil davon sei in bar abgehoben worden, so dass sich die Spur verliere.

Thüringens Justizminister Holger Poppenhäger (SPD) hatte die Vermutung geäußert, dass es sich bei den Machenschaften um eine neue Masche der rechte Szene zur Geldbeschaffung handeln könnte. Einer der Beschuldigten war einst Kopf des rechtsextremen “Thüringer Heimatschutzes“, dem das 1998 untergetauchte Jenaer Terroristen-Trio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Z. angehörte.

Bisher wird gegen 13 Männer und Frauen wegen Betrugsvorwürfen ermittelt. Die Hauptbeschuldigten sollen Firmen gegründet und teure Gruppen- und Privatunfallversicherungen für die Mitarbeiter abgeschlossen haben. Wenig später seien Arbeitsunfälle und andere Schäden gemeldet und Leistungen bei den Versicherungen beantragt worden, die sich auf mehr als eine Million Euro summieren. Das Geld sei auf die Konten der Firmeninhaber gezahlt worden.

Waffen, Unterlagen und Computer beschlagnahmt

Die Firmen hatten den Angaben nach aber kaum oder gar keine Geschäftstätigkeit; die Ausfallzeiten der Mitarbeiter seien mit den Beschäftigungszeiten nahezu identisch. Tatsächliche Gehaltszahlungen hätten bis auf wenige Ausnahmen nicht festgestellt werden können, so die Staatsanwaltschaft.

Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen durch die Anzeige einer der betroffenen Versicherungen, die skeptisch geworden war und Strafanzeige erstattete. Am Mittwoch hatten daraufhin mehr als 140 Polizisten Wohnungen und Geschäftsräume in und um Rudolstadt sowie in Leipzig durchsucht. Neben etlichen Waffen wurden dabei auch Unterlagen und Computer beschlagnahmt. Die Auswertung dieser Daten werde noch Monate dauern, sagte Wörmann der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. Die Beschuldigten gehörten zur rechten Szene und ihrem Umfeld und seien noch nicht offiziell vernommen worden.

Dass sich die Beschuldigten mit dem Geld der Versicherungen einen luxuriösen Lebensstil finanzierten, dafür gebe es bisher kaum Anhaltspunkte. Wörmann: “Die Gelder scheinen anderweitig verwendet worden zu sein.“ Licht ins Dunkel sollen nun die weiteren Ermittlungen bringen.

dpa

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