Grundschüler im Vergleich: Niedersachsen Mittelfeld, Hessen eher schwach

Der Süden lernt besser

Berlin. Wie bei fast jedem anderen Bildungsvergleich liegen auch bei einem neuen Grundschulleistungsvergleich aller Bundesländer die Südländer vorn - und die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg hinten. Bildungsexperten raten seit Jahren, nicht Bundesländer zu vergleichen, sondern Regionen mit ähnlichen Wirtschaftsstrukturen.

? Was wurde diesmal getestet?

!Das bundesländereigene Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Berliner Humboldt-Universität untersuchte die Leistungen von mehr als 30 000 Viertklässlern. Es ging um das Lesen, um die Fähigkeit zuzuhören und Informationen aufzunehmen, um Orthografie und um Mathematik. Basis für die Aufgaben bildeten die von den Kultusministern vereinbarten Bildungsstandards für die vierte Grundschulklasse.

? Welche Schulleistungs-Untersuchungen gibt es noch?

!Der Klassiker ist die weltweite Pisa-Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Außerdem gibt es noch die internationale Iglu-Grundschulstudie und die internationale Timss-Untersuchung. Allerdings haben die Kultusminister seit 2006 bei Pisa und Iglu die zuvor üblichen Bundesländervergleiche gestoppt.

? Was war der Grund für den deutschen Stopp?

!Darüber lässt sich nur spekulieren: Die Kultusminister können diese politisch brisanten Bundesländervergleiche auf der Basis ihrer vereinbarten Bildungsstandards sicherlich besser steuern.

? Was sind Bildungsstandards?

!Bildungsstandards beschreiben, was ein Schüler am Ende einer Jahrgangsstufe können soll. Sie gelten für Lehrer als pädagogische Zielvorgabe und haben quasi die Lehrpläne abgelöst. Die Vereinbarung der Kultusminister über Bildungsstandards war eine Folge des Pisa-Schocks von 2001, als Deutschland beim weltweiten Vergleichstest miserabel abschnitt.

? Was wird noch bei den Vergleichen ermittelt?

!Alle Studien fragen nach dem sozialen Umfeld. Auch wird untersucht, wie Kinder von Migranten bildungsmäßig gefördert werden. Die neue IQB-Studie thematisiert auch die Lehrer-Weiterbildung.

? Was sagen Hessen und Niedersachsen zum Abschneiden ihrer Grundschüler?

!Die hessische Kultusministerin Nicola Beer (FDP) will die Grundschulen durch besser ausgebildete Lehrer voranbringen. Als wichtigen Baustein nannte sie die Umstellung von einem an Lehrplänen orientierten Unterricht auf die Vermittlung von Kompetenzen. Ihr Kollege in Niedersachsen, Bernd Althusmann (CDU), sieht durch das leicht bessere Ergebnis den bildungspolitischen Kurs Niedersachsen bestätigt. Das Land habe die Weichen gut gestellt, sagte er. Die Studie im Internet: http://zu.hna.de/Grundschulen KOMMENTAR

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