Studie zur Bevölkerungsstatistik sagt massiven Rückgang in der Region voraus

Der Süden schrumpft

Alterung: In Niedersachsen gibt es immer mehr Hochbetagte wie dieses Paar nach 70 Jahren Ehe. Archivfoto: dpa

Göttingen. Die Bevölkerungszahl Niedersachsens schrumpft. Und ganz besonders stark geht sie im Süden des Landes zurück. Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Bevölkerungsentwicklung wird der Rückgang bis 2030 in der Region noch deutlicher ausfallen, als in der vorigen Studie von 2006 vorhergesagt.

Landesweit soll die Einwohnerzahl um 4,8 Prozent von 7,92 Millionen im Jahre 2009 auf nur noch 7,54 Millionen im Jahre 2030 schrumpfen. Im Bundesdurchschnitt wird nur ein Rückgang um 3,7 Prozent vorhergesagt.

Rote Laterne in Osterode

Die rote Laterne der Bevölkerungsentwicklung in Niedersachsen hat der Landkreis Osterode. Dort soll die Einwohnerzahl bis 2030 um 21 Prozent von 78 160 auf nur noch 61 780 zurückgehe. Nicht viel besser sieht es im Landkreis Northeim aus. Dort wird ein Rückgang um 19,3 Prozent prognostiziert von 140 420 auf nur noch 113 280 Einwohner.

Für den Landkreis Göttingen sind die Aussichten nicht ganz so düster. Die Einwohnerzahl soll von 259 090 um 10,9 Prozent zurückgehen auf 230 730. Darin ist ein Rückgang von 8,6 Prozent in der Stadt Göttingen enthalten, deren Einwohnerzahl nach der Studie bis zum Jahr 2030 von 121 370 auf 110 930 schrumpfen soll.

In der Studie von 2006 war für Göttingen noch eine etwa gleichbleibende Bevölkerungsgröße bis 2025 prognostiziert worden. In Northeim sollte der Rückgang unter zehn Prozent liegen.

Auch in den benachbarten Landkreisen Holzminden und Goslar soll die Einwohnerzahl bis 2030 um mindestens 15 Prozent sinken. Ähnlich schlecht sind die Aussichten in Salzgitter, Wolfenbüttel und Helmstedt.

Zunahme in Cloppenburg

In anderen Regionen Niedersachsens stellt sich die Entwicklung dagegen wesentlich günstiger dar. In den Regionen Hannover, Oldenburg und Emden soll die Bevölkerungszahl in etwa gleich bleiben, im Raum Lüneburg, Meppen und Westerstede sogar steigen. Am besten steht der Landkreis Cloppenburg da. Dort wird eine Zunahme um 5,7 Prozent vorhergesagt.

Der landesweite Bevölkerungsrückgang geht in erste Linie auf das Geburtendefizit zurück. 2009 wurden je 1000 Einwohner 7,9 Kinder geboren, während 10,8 Einwohner starben. Die niedrigste Geburtenzahl hatte Goslar mit 6,0, die meisten Sterbefälle Holzminden mit 14,3.

Wegen der wenigen Geburten schrumpft bis 2030 die Altersgruppe der 23- bis 36-Jährigen, bei der die höchste Geburtenwahrscheinlichkeit besteht, landesweit um 10,2 Prozent ab. Auch hier hält Osterode mit minus 25,1 Prozent den Negativrekord.

Von Christoph Papenheim

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