Hartes Urteil in Seoul

Ex-Präsidentin von Südkorea muss für 24 Jahre ins Gefängnis

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Südkoreas Ex-Präsidentin Park Geun Hye im Mai 2017 während ihres Prozesses wegen Korruption. Nun wurde sie zu 24 Jahren Haft verurteilt. Foto: YNA

Ein Korruptionsskandal um Südkoreas Ex-Präsidentin Park wühlte die Bevölkerung lange auf. Jetzt soll sie eine lange Freiheitsstrafe verbüßen.

Seoul (dpa) - Ein Gericht in Südkorea hat die frühere Präsidentin Park Geun Hye wegen Korruption und anderer Vergehen zu 24 Jahre Haft verurteilt.

Das Bezirksgericht in Seoul befand die 66 Jahre alte Tochter des früheren Militärdiktators Park Chung Hee am Freitag schuldig, ihre Machtbefugnisse als Präsidentin für private Zwecke missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte eine 30 Jahre lange Haftstrafe gefordert.

Park blieb der Urteilsverkündung, die im Fernsehen übertragen wurde, fern. Seit Oktober des vergangenen Jahres boykottiert sie ihren Prozess, nachdem ein Gericht ihre Untersuchungshaft verlängert hatte.

Die Südkoreaner hatten Park Ende 2012 als erste Frau ins Präsidentenamt des Landes gewählt. Die konservative Politikerin wurde im März des vergangenen Jahres als erstes demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt des Landes vom Verfassungsgericht des Amtes enthoben. Ihrer Absetzung waren monatelange Straßenproteste vorausgegangen.

Der Richter verhängte gegen Park außerdem eine Geldstrafe in Höhe von 18 Milliarden Won (etwa 14 Millionen Euro). "Sie missbrauchte ihre Macht, die ihr von der Bevölkerung übertragen wurde", sagte der Richter. Park habe sich außerdem der Nötigung und der Weitergabe von Staatsgeheimnissen schuldig gemacht.

Eine Schlüsselfigur in dem Skandal ist die umstrittene Park-Freundin Choi Soon Sil, die im Februar zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde. Park wurde vorgeworfen, ihrer einstigen Vertrauten die Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben, obwohl diese kein öffentliches Amt innehatte.

Nach Angaben des Gerichts half Park ihrer Freundin außerdem, zahlreichen Unternehmen, die Samsung-Gruppe eingeschlossen, hohe Summen für Organisationen der Präsidenten-Freundin abzunötigen. Park hatte die Vorwürfe bestritten.

Parke wurde in insgesamt 18 Punkten angeklagt. Auch wurde sie beschuldigt, die Erstellung einer schwarzen Liste von regierungskritischen Kulturschaffenden sowie die Weitergabe von Geheimdokumenten der Regierung an ihre Freundin Choi Soon Sil angeordnet zu haben.

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