"Schwelle für Dialog senken"

Südkorea fordert USA zu Dialog mit Nordkorea auf

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Washington müsse "die Schwelle für Dialog senken" und Nordkorea die Bereitschaft zeigen, seine Atomwaffen zu beseitigen, sagt der südkoreanische Präsident Moon Jae In. Foto: Bae Jae-Man/Yonhap

Südkoreas Präsident erhöht den Druck auf US-Präsident Trump: Dieser dürfe nicht zu viele Bedingungen für Gespräche mit Nordkorea stellen. Machthaber Kim Jong Un sei dialogbereit. Hoffnungen auf einen ersten Kontakt zum Ende der Winterspiele wurden aber enttäuscht.

Seoul (dpa) - Südkoreas Präsident Moon Jae In hat die USA zum Gespräch mit Nordkorea aufgefordert.

Washington müsse "die Schwelle für Dialog senken", während Nordkorea die Bereitschaft zeigen müsse, seine Atomwaffen zu beseitigen, sagte Moon bei einem Treffen mit Chinas Vizeministerpräsidentin Liu Yandong in Seoul.

Nach den Gesprächen mit der hohen Delegation von Machthaber Kim Jong Un zum Ende der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang bekräftigte das Präsidialamt, der angereiste nordkoreanische General Kim Yong Chol habe betont, dass "die Tür für Dialog mit den USA offen ist". Nordkorea habe diese Haltung wiederholt bekräftigt, wurde er zitiert.

"Nordkorea zeigt in letzter Zeit seine Absicht, aktiv einen Dialog mit den USA einzugehen", sagte Moon laut Präsidialamt. Auch die USA sprächen über die Notwendigkeit, ins Gespräch zu kommen. Welche Bedingungen aber Nordkorea für eine Aufnahme von Gesprächen stellt oder ob Machthaber Kim Jong Un überhaupt zur Aufgabe seiner Atom- und Raketenrüstung bereit ist, blieb allerdings weiter unklar.

Die USA reagierten zurückhaltend. Die Regierung von Donald Trump wolle eine "völlige, verifizierbare und unumkehrbare" Beseitigung der Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel erreichen, teilte das Weiße Haus am Sonntag Ortszeit mit. "Wir werden sehen, ob Pjöngjangs heutige Botschaft, dass es zu Gesprächen bereit ist, ein erster Schritt auf dem Weg zu einer Denuklearisierung ist."

Es gab keine Anzeichen für eine erste Kontaktaufnahme am Rande der Winterspiele zwischen Vertretern der Delegationen aus den USA und Nordkorea. Die gesamte US-Abordnung mit Präsidententochter Ivanka Trump und hohen Beamten verließ Südkorea am Montag. In der Delegation war auch die für Korea verantwortliche Vertreterin des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Allison Hooker.

Es habe kein Treffen der Trump-Tochter mit den Nordkoreanern gegeben, teilte ein Beamter der amerikanischen Botschaft in Seoul mit. Dass Hooker Gespräche geführt hat, galt als unwahrscheinlich. Die US-Beamtin kennt den hohen nordkoreanischen General persönlich von einem Besuch 2014 in Pjöngjang. Ihre Anwesenheit hatte Spekulationen über einen möglichen Kontakt mit den Nordkoreanern ausgelöst, die ebenfalls zur Olympia-Schlussfeier am Sonntag angereist waren.

US-Präsident Trump und die nordkoreanische Führung hatten sich im vergangenen Jahr in dem Streit um das nordkoreanische Atomwaffen- und Raketenprogramm gegenseitig mit scharfen Drohungen überzogen, die weltweit schlimme Befürchtungen ausgelöst hatten. Am Rande der Winterspiele hatten Nordkoreas Vertreter jedoch erstmals zaghafte Signale der Gesprächsbereitschaft ausgesandt.

Bei einem Treffen mit Moon sagte der nordkoreanische General und frühere Geheimdienstchef Kim Yong Chol nach Angaben des Präsidialamts in Seoul, dass sich die Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA zusammen mit den innerkoreanischen Beziehungen entwickeln sollten. 

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