Südlink: Bundestag beschließt Stromnetz-Ausbau mit Erdkabeln

Berlin. Die verstärkte Verlegung von unterirdischen Erdkabeln soll den stockenden Ausbau der Stromtrassen in Deutschland wieder in Schwung bringen. Der Bundestag beschloss am Donnerstagabend, dass beim Bau von Gleichstromleitungen die Erdverkabelung Vorrang erhält vor den deutlich preiswerteren Freileitungen.

Das betrifft auch weite Teile der beiden großen Stromautobahnen Suedlink und Südostpassage, die Wind- und Solarenergie von der Küste in die süddeutschen Industriezentren bringen sollen.

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Die Erdverkabelung führt zwar zu milliardenschweren Zusatzkosten für Verbraucher und Unternehmen, soll aber Bürgerproteste gegen riesige Strommasten verhindern. Vor allem der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte monatelang gegen vermeintliche Monstertrasse gekämpft. "Der Stromleitungsbau ist ein Eckpfeiler der Energiewende", betonte der SPD-Abgeordnete Johann Saathoff im Bundestag. Dafür sei aber die Akzeptanz der Bevölkerung notwendig.

Bei Gleichstromtrassen sind künftig keine Freileitungen mehr zulässig, wenn im Umkreis von 200 bis 400 Metern Menschen wohnen. Bei Wechselstromtrassen sollen die teuren Erdkabel allerdings nur bei einzelnen Pilotprojekten zum Einsatz kommen.

Bei der Opposition, die den Vorrang der Erdverkabelung grundsätzlich befürwortet, führt diese Einschränkung jedoch zu Kritik. Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer sagte, durch derartige Ausnahmeregelungen drohten neue Auseinandersetzungen. Ralph Lenkert, der umweltpolitische Sprecher der Linksfraktion, kritisierte die geplanten Stromtrassen sogar als überdimensioniert und warnte vor Überkapazitäten in Süddeutschland.

Derzeit gibt es in der Bundesrepublik zwei Dutzend Leitungsprojekte, die als besonders vordringlich gelten. Von der dort geplanten Gesamtlänge von 1876 Kilometern wurden bislang aber noch nicht einmal 500 Kilometer realisiert. (dpa)

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